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Arbeitsplatz der Zukunft: Neue Denkweisen, neue Werkzeuge

Der Digital Workplace gilt als chancenreiche Entwicklung der Geschäftswelt, noch haben aber nur wenige Unternehmen die Zukunft ihres Arbeitsplatzes angestoßen. Diese Zurückhaltung ist nicht verwunderlich, immerhin gehen entsprechende Projekte weit über reine Technologie-Neuerungen hinaus.

Käfig Bildquelle: © Norbert Preiß, funkschau
Dirk Pfefferle, Area Vice President Central Europe und Geschäftsführer bei Citrix Bildquelle: © Citrix

Dirk Pfefferle, Area Vice President Central Europe und Geschäftsführer bei Citrix: "Nutzerfreundlichkeit und Sicherheit stehen im Zentrum einer guten Infrastruktur für den Arbeitsplatz der Zukunft."

Digitale Transformation – eine Entwicklung, die nach und nach jede Branche erfasst und dabei die unterschiedlichsten Facetten aufweist. Ob Virtual Reality, vernetzte Robotik oder die Analyse von ausufernden Datenschätzen – die Digitalisierung wird auf kurz oder lang alle Bereiche des täglichen Lebens zumindest streifen, wenn nicht sogar komplett umwälzen. Das gilt auch für den Arbeitsplatz und die Art und Weise, wie Menschen in ihren Unternehmen und mit ihren Geschäftspartnern sowie Kunden zusammenarbeiten.

Der Arbeitsplatz der Zukunft rückt in greifbare Nähe. Die Rede ist nicht mehr von einer Zukunft in zehn oder 20 Jahren, sondern in zwei oder drei Jahren. Neue Technologien ermöglichen digitale Arbeit schon heute, haben bisher aber nur in wenigen Unternehmen Einzug gehalten. So zeigt die kürzlich veröffentlichte Studie „Arbeitsplatz der Zukunft“, die gemeinsam von Anbietern wie Avaya, Broadsoft, Kronos, Sipgate und Workday zusammen mit IDG Research Services erstellt wurde, dass aktuell nur jeder fünfte Arbeitnehmer laut eigener Einschätzung an einem Arbeitsplatz der Zukunft beschäftigt ist. Der Digital Workplace ist nur in einem Bruchteil der Unternehmen angekommen.

Bessere Work-Life-Balance

Ein entsprechendes Konzept stellt aber weitaus mehr als ein Nice-to-have dar. Für viele Mitarbeiter ist der Arbeitsplatz der Zukunft mit individuellen und vor allem flexiblen Lösungen gleichbedeutend, die ihnen die Möglichkeit eröffnen, von einem beliebigen Ort – beispielsweise dem eigenen Zuhause – aus zu arbeiten und von dort auf interne Daten und Systeme zuzugreifen. Was in vielen Unternehmen noch utopisch anmutet, ist besonders in Konzernen teils schon gang und gäbe. So verfügt beispielsweise Microsoft in seiner Deutschlandzentrale  über weniger Büroplätze als Mitarbeiter, da diese hürdenlos aus dem Homeoffice arbeiten können.

Handelt es sich also um eine Entwicklung, die nur Konzerne betrifft? Auch kleine und mittelständische Unternehmen haben heute auf Basis von Lösungen wie Cloud-Diensten und mobilen Endgeräten die Chance, ihre eigene Infrastruktur aufzurüsten, um dieses Potenzial zu erschließen. Eine obligatorische Entwicklung ohne Alternativen, wie viele Experten von Marktanalysten, Unternehmensberatern und auch ITK-Herstellern prognostizieren. Sie erwarten, dass Mitarbeiter zusehends höhere Ansprüche an die vorhandene Infrastruktur sowie an die Flexibilität des Arbeitgebers stellen.

Laut der Studie „Arbeitsplatz der Zukunft“ halten 37 Prozent der befragten Arbeitnehmer flexiblere Arbeitszeiten und eine bessere Work-Life-Balance für sehr wichtig. „Der Arbeitsplatz der Zukunft umfasst mehr als nur Hard- und Software, die eine neue Arbeitsweise ermöglichen“, erklärt Dirk Pfefferle, Area Vice President Central Europe und Geschäftsführer bei Citrix. „Es geht auch um das eigenständige Arbeiten in einer dezentralisierten Organisationsform, die besonders junge Mitarbeiter fordern.“ Junge Mitarbeiter, das sind in vielen Fällen Fachkräfte, die in Unternehmen unterschiedlichster Branchen dringend benötigt werden. Gerade Mittelständler sind hier unter Zugzwang, Anreize zu bieten, um sich gegen die Konzernkonkurrenz zu behaupten. Wie die Studie aufzeigt, halten dabei nur acht Prozent der befragten den privaten Gebrauch des Dienstwagens für sehr wichtig, auch ein höheres Gehalt hat nicht zwangsläufig die stärkste Gewichtung. „Flexible Arbeitszeiten und die Möglichkeit, standortunabhängig zu arbeiten, stehen ganz weit oben auf der Liste“, wie Tim Mois, Geschäftsführer von Sipgate, gegenüber funkschau erklärt. „Dicke Boni oder Dienstwagen können da nicht mithalten.“

Neue Kommunikationswerkzeuge

Flexibilität ist ein Effekt des Digital Workplace, Produktivität ein anderer. Werkzeuge wie UC-Lösungen, Videoplattformen oder Filesharing-Systeme sollen Kommunikation und Zusammenarbeit innerhalb von Teams und mit den Kunden voranbringen, den Austausch nachverfolgbar, hürdenlos und silo-übergreifend gestalten. „Es besteht Bedarf nach der nächsten Generation von Filesharing- und Synchronisations-Technologien, welche die Anwender über das Teilen von Dateien hinaus auch bei deren Verwaltung und Absicherung in einer integrierten, unternehmensübergreifenden Lösung besser unterstützen”, erklärt Andreas Stiehler von PAC im Rahmen einer Studie zu Filesharing-Lösungen.

Neben dem ortsunabhängigen Zugang zu Unternehmensdaten stehen UCC-Lösungen im Rahmen des Digital Workplace hoch im Kurs. Telefonkonferenzen, Workgrouping Tools, Videokonferenzen und auch Instant-Messaging-Plattformen zählen laut der „Arbeitsplatz der Zukunft”-Studie zu den Werkzeugen, für die in vielen Abteilungen ein hoher Bedarf besteht. Laut Nils Heckenkamp, Director Sales DACH beim UCC-Anbieter Sangoma, hat das nachvollziehbare Gründe: „Untersuchungen zeigen, dass Unternehmen, die eine UCC-Lösung integriert haben, ihre Konkurrenz bis zu zwei- bis sechmal in der Leistung übertreffen.” Ein Arbeitsplatz der Zukunft werde vermutlich aus einer nahtlos verbundenen Belegschaft zusammengesetzt, in der alle Teams, Partner und Kunden unabhängig von ihren geografischen Standorten mobil und remote zusammenarbeiten. Heckenkamp ist sich sicher: „Es bedarf keines Genies, um zu erkennen, dass die Unternehmenskommunikation einen signifikanten Wandel in den nächsten fünf Jahren vollziehen wird.”