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Internet of Things: Klein starten, groß rauskommen

Oft fehlen Mittel und Wissen, um IoT-Projekte effektiv voranzutreiben. Dabei ist der Aufwand für einen erfolgreichen Start in das Thema vergleichsweise gering. Für die Entwicklung erster Prototypen sind vor allem Innovationsfreude, agile Planung und eine flexible, schrittweise Durchführung gefragt.

Pflanze Spross Bildquelle: © kamolrat - Fotolia

Zahlreiche Analysten gehen davon aus, dass die Zahl der vernetzten Dinge im Jahr 2020 zwischen 20 und 31 Milliarden liegen wird. Laut der Studie „Internet of Things 2016“ von IDG Research, befinden sich die meisten Unternehmen mit ihren IoT-Initiativen jedoch erst in der Anfangsphase. Was ist der Grund für diese Zurückhaltung? Vor allem Unsicherheit hindert viele Unternehmen an der Umsetzung digitaler Projekte. Viele Entscheider wissen oft nicht, wo sie mit ihren IoT-Initiativen ansetzen sollen. Zunächst einmal kosten sie Geld, und ob am Ende das gewünschte Ergebnis herauskommt, ist oft unklar. Wer jedoch klein anfängt und mit dem arbeitet, was er hat, kann schon mit wenigen Mitteln beeindruckende Erfolge erzielen.

Unternehmen in der Denkfalle
Fehlende Ressourcen sind einer der größten Hindernisse für IoT-Projekte. Bei Unternehmen mit weniger als 100 Mitarbeitern rangieren sie mit 37,9 Prozent sogar auf Platz zwei hinter den Sicherheitsbedenken, so die IDG-Studie. Der „Innovationsbericht Mittelstand 2016“ der Bankengruppe KfW kommt zu einem ähnlichen Ergebnis: Vor allem kleinere, mittelständische Unternehmen mit weniger als 50 Mitarbeitern scheuen sich davor, in Innovationen zu investieren. Hinter Innovationen steckt oftmals die „Internetisierung“ von Dingen und Diensten. Das scheinbare Finanzierungsproblem für solche Projekte ist jedoch häufig lediglich ein Planungsproblem. Unternehmen denken bisweilen in den Dimensionen eines herkömmlichen F&E-Projekts – doch vorbereitungsintensive „Großprojekte“ sind fehl am Platz. Wer seine Unsicherheit auf dem neuen digitalen Terrain durch ein Übermaß an Planung zu kompensieren versucht, riskiert, dass Projekte träge, überdimensioniert und unnötig teuer werden. Um mit der Dynamik des digitalen Wandels mithalten zu können, müssen Unternehmen pragmatisch vorgehen, ihre Strategie kontinuierlich anpassen und in kleinen Teams Projekte agil entwickeln.

Wie teuer ist IoT?
Für einen mittelständischen Betrieb reicht in der Regel bereits ein Budget von rund 50.000 Euro pro Digitalprojekt, um Ideen strukturiert zu generieren, Experten für die Beratung und die Implementierung heranzuziehen und einen einsatzfähigen Prototypen zu entwickeln. Es ist besser, mit mehreren kleinen Teams beispielsweise fünf Prototypen auf den Weg zu bringen, davon später drei weiterzuentwickeln und zwei erfolgreich in den Produktivbetrieb zu überführen, als nur ein einziges langwieriges Projekt mit einem großen Team durchzuführen.

Auf diese Weise verhindern Unternehmen, dass die Kosten ihrer Digitalprojekte explodieren und können sie in der Regel selbst finanzieren. Auch die indirekte Finanzierung durch realisierte Optimierungspotenziale spielt eine große Rolle. Falls doch einmal finanzielle Engpässe bestehen, können Unternehmen auch auf staatliche Fördermöglichkeiten zurückgreifen: So bietet etwa Horizon 2020, das Forschungs- und Entwicklungsprogramm der Europäischen Union, spezielle Fördermöglichkeiten für IoT-Innovationen an. Im Falle eines Innovationsprojekts mit großem Potenzial, das hohe Initialinvestitionen erfordert oder die Infrastruktur eines Unternehmens übersteigt, lohnt es sich, über eine Ausgründung nachzudenken und das benötigte Kapital durch ein Joint Venture mit mehreren Unternehmen aufzubringen.