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TK-Anlagen: Mehr als nur Telefonie

Fortsetzung des Artikels von Teil 2.

Wandel am Horizont

Laut einer aktuellen Umfrage von Gigaset ist die Integrationsfähigkeit der Lösung aktuell aber erst für 52 Prozent der 100 befragten Fach- und Führungskräfte aus kleinen und mittelständischen Unternehmen sehr wichtig. Der Preis des entsprechenden Systems hat mit  73 Prozent heutzutage hingegen noch eine deutlich stärkere Gewichtung. Mit 73 „Sehr wichtig“- und 27 „Wichtig“-Angaben stehen jedoch die Themen Datenschutz und Datensicherheit aktuell ganz oben auf der Agenda bei der Anschaffung einer neuen Telefonanlage. Eine Priorität, die auch Rudi Stahl von Snom für den Umstieg auf IP setzt. „Eine große Gefahr besteht, wenn der unwissende Anwender zu viele Einstellungen selber vornehmen kann und so unter Umständen Sicherheitslücken aufreißt.“ Hier gelte es daher für die Implementierung von TK-Anlagen, die richtige Balance zwischen Anwenderflexibilität und Sicherheitsanforderungen zu finden. „Schwachstellen sollten aber auch durch Einstellungsmöglichkeiten behoben werden können“, empfiehlt Stahl in Hinblick auf die Wahl der richtigen Kommunikationslösung.
Im Markt zeigt sich ein sehr heterogenes Bild. Noch tendieren viele Unternehmen zur Strategie des Investitionsschutzes, setzen bei der IP-Umstellung auf eine sanfte und kostengünstige Migration über ein Media-Gateway. Auch das Austauschgeschäft ist laut der Distribution hoch im Kurs, On-Premise-Lösungen behalten ihren „Riesenvorsprung“, wie Nickenig berichtet. Dennoch prognostizieren viele Anbieter das Ende der klassischen, unvernetzten TK-Anlage. Sie berichten von einer Aufbruchstimmung und über eine steigende Nachfrage nach Unified-Communications-Funktionalitäten und Cloud-Angeboten, die meist Hand in Hand gehen. Ein plötzlicher Ruck im Markt und eine rasant ansteigende Investitionsbereitschaft sind eher unwahrscheinlich – und doch ist abzusehen, dass die Telefonanlage in Zukunft weit mehr leisten muss als zu telefonieren.  Wie Kirsch von Avaya sagt, wird sie zur „Informationsdrehschreibe“ und im Idealfall zum Knotenpunkt zahlreicher Kommunikationskanäle, ob On-Premise, aus der Cloud oder als Hybrid-Lösung. Technisch liefert die IP-Umstellung die Grundlage für diese Entwicklung, wenn auch die Bandbreite in vielen Regionen noch nachziehen muss. Und auch die Hersteller haben ihre Produkte entsprechend aufgerüstet. Jetzt ist es an den Anwenderunternehmen, die eigene Infrastruktur vorzubereiten und im Zuge der Digitalisierung entsprechende Systeme umzusetzen, sofern diese zur eigenen Kultur passen. Denn laut Erber sind moderne Kommunikationslösungen allem voran maßgeschneidert.