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Digital Signage-Kommentar: Mehr als ein Trendthema

Markus Hollerbaum, Geschäftsführer bei Siewert & Kau, erklärt im funkschau-Gastkommentar, wie sich der deutsche Digital-Signage-Markt entwickelt, welche technischen Trends diesen prägen und wie gerade der stationäre Handel profitieren kann.

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Markus Hollerbaum, Geschäftsführer bei Siewert & Kau Bildquelle: © Siewert & Kau

Markus Hollerbaum, Geschäftsführer bei Siewert & Kau

Digital Signage spielt für uns als IT-Distributor bereits seit einigen Jahren eine wichtige Rolle. Aus unserer Sicht handelt es sich nicht mehr um ein klassisches Trendthema, das nach kurzer Zeit sprichwörtlich wieder "von den Bildschirmen verschwindet". Viel mehr hat sich dieses Segment zu einem festen Bestandteil des IT-Marktes entwickelt und ist beim Einsatz digitaler Medieninhalte nicht mehr wegzudenken.

Eine aktuelle Studie von IHS bestätigt unsere Einschätzung: Laut dieser Erhebung wird sich der Markt rund um Digital-Signage-Lösungen, nach der Konsolidierungsphase im vergangenen Jahr, in 2018 weiter positiv entwickeln. Insbesondere die Nachfrage nach professionellen Bildschirmen steigt aus Sicht der Experten in den kommenden fünf Jahren weltweit kontinuierlich an.

Besonders interessant sind die vielfältigen Digital-Signage-Anwendungsgebiete: Sie reichen von der Industrie über den Bankensektor oder das Transportwesen bis hin zum Point of Sale. Vorreiter am PoS ist der Bereich „Fashion“, der bereits attraktive Möglichkeiten mit innovativen DS-Konzepten zeigt. Die Aufmerksamkeit der Endkunden wird dabei gezielt durch Large Format Displays auf Imagebilder und Produktvideos in Schaufenstern gelenkt. Auch Büro- und Konferenzräume werden dank entsprechender Digital-Signage-Lösungen smarter: Mit Collaboration-Displays können Teams auch räumlich verteilt problemlos und effizient miteinander interagieren. Zudem werden sie zunehmend als Mittel der Unternehmenskommunikation genutzt, so etwa, um den Mitarbeitern aktuelle Firmennews mitzuteilen. Digital Signage ist somit ein wichtiger Bestandteil eines modernen Arbeitsplatzkonzepts.

Auch die Verwendung von bildgewaltigen Videowänden wird im neuen Jahr für KMUs zunehmend interessanter. Preisbedingt setzen heute bislang fast ausschließlich große Unternehmen Videowalls ein, was für den IT-Handel nicht untypisch ist: Die Big Player sind häufig Innovationstreiber für neue Technologien. Sobald die Preise fallen, sind sie auch für einen breiteren Händlerkreis attraktiv.

Ein weiteres Beispiel ist der Lebensmittelhandel – auch hier dienen digital aufbereitete Informationen zur Produktwerbung und Anregung von Zusatzkäufen. Ziel all dieser digitalen Trends ist es, ein Shopping-Erlebnis für den Endkunden im stationären Handel zu kreieren, um sich so auch im neuen Jahr weiterhin gegen Online-Anbieter zu behaupten.

Neben kreativen Einsatzszenarien spielen die Technologien hinter Digital-Signage-Lösungen eine entscheidende Rolle. Für 2018 sehen wir vor allem OLED-Displays und Smart-LED-Module auf dem Vormarsch. Beide Technologien haben ihre Vorteile und eignen sich für unterschiedliche Anwendungsfelder. Smart LED-Module lassen sich optimal zu rahmenlosen Installationen in den verschiedensten Formaten und Größen kombinieren. Durch die hohe Auflösung und die extrem dünnen Fadenkreuze eignet sich diese Technologie besonders für Videowalls. Selbst bei starkem Lichteinfall können sie den entsprechenden Content farbintensiv wiedergeben. Das Plus  von OLED-Displays liegt in ihrer Beschaffenheit: Sie sind extrem schmal, biegsam und lassen sich leicht mit einem Magnetkleber an der Wand befestigen. Somit eignen sie sich hervorragend, um beispielsweise Fluchtwege zu kennzeichnen. Im Medizinbereich kommt OLED bereits in Form von rollbaren Bildschirmen zum Einsatz.

Sowohl OLED als auch Smart LED zeichnen sich außerdem dadurch aus, dass die Displays besonders robust und witterungsbeständig sind und sich somit auch im Outdoor-Bereich verwenden lassen.

Damit haben beide Technologien das Potenzial für zahlreiche Anwendungsgebiete und treiben den Markt in 2018 sicher weiter voran.