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Mangel an Ressourcen & Know-how: Unternehmen schöpfen Investitionen nicht aus

Laut einer aktuellen Studie haben 45 Prozent der deutschen Unternehmen in den letzten fünf Jahren in Technologien investiert, deren Nutzen sie bislang nicht voll ausschöpfen. Fast die Hälfte der befragten Unternehmen gab dabei an, dass sie schlichtweg nicht über die notwendigen Ressourcen verfügen.

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Als weitere Gründe wurden mangelnde Beratung und Unterstützung durch die Anbieter sowie die Inkompatibilität mit bestehenden Systemen und Prozessen genannt. Offenbar fehlt es vielerorts an dem notwendigen Know-how und Weitblick.

Die Tatsache, dass fast jedes zweite Unternehmen in Deutschland in Technologien investiert, die es dann nicht umfassend nutzt, ist nicht zuletzt Zeugnis fehlender Planung. Da dürfte es auch kein Trostpflaster sein, dass diese Zahlen in anderen Ländern wie dem Vereinigten Königreich (56 Prozent), Spanien (64 Prozent) sowie Frankreich und Italien (je 67 Prozent) offenbar noch höher liegen.

„Technologieinvestitionen sind heute unverzichtbar, damit Unternehmen beweglich bleiben, sich an Veränderungen des Marktes anpassen und operative Daten in echte Business Intelligence verwandeln können“, sagt Wolfgang Schmid, Sales Director DACH bei TomTom Telematics. „Aber Investitionen allein reichen nicht aus. Viele Unternehmen erzielen nicht die erwarteten Ergebnisse, weil sie nicht über die Implementierungsphase hinaus planen.“

Aus der Studie, für die Führungskräfte in 400 deutschen Unternehmen befragt wurden, geht auch hervor, dass über 40 Prozent der Unternehmen die zur Verfügung stehenden Daten aufgrund mangelnder Ressourcen für die Datenanalyse nicht effektiv nutzen. 37 Prozent gaben zudem an, dass sie mit der großen Flut an Daten überfordert seien. „Neue Technologien sollen uns unterstützen, nicht überfordern“, betont Wolfgang Schmid. Daher sei es wichtig, dass technische Lösungen übersichtlich und einfach handhabbar seien. Außerdem sollten sie integrationsfähig sein, damit Nutzer nicht mit Datenbrüchen in verschiedenen Systemen kämpfen müssten.

Großteil der Unternehmen hält Investitionen in neuste Technologien für wichtig  
Oliver Hüttig, Vorstand beim Software- und Beratungsunternehmen Cocus, empfiehlt ebenfalls, nahtlos erweiterbare Systeme und Lösungen einzusetzen. „Die Lösung sollten von vornherein auf ihre Erweiterbarkeit und Kompatibilität hin überprüft werden, damit auch zukünftig Herausforderungen und Bedürfnisse abgedeckt werden können, ohne dass es zu Brüchen kommt“, erklärt Oliver Hüttig. „Fehlt es an dem notwendigen Know-how im Unternehmen, macht es Sinn, sich gezielt und punktuell Unterstützung zu holen. Das mag zeitlich begrenzt zu etwas höheren Kosten führen, ist jedoch deutlich günstiger als Fehlinvestitionen oder die mangelhafte Nutzung vorhandener Technologien und Daten. Schließlich sollen sich die Investitionen in Technologien und Big-Data-Lösungen am Ende auch auszahlen und diese nicht ungenutzt brachliegen“, so Oliver Hüttig.

Bei der Frage, wie wichtig es ist, dass das eigene Unternehmen die neusten Technologien einsetzt, antworteten übrigens 80 Prozent der befragten Unternehmen mit „wichtig“ – lediglich 4 Prozent halten es für unwichtig. Es besteht also kein Zweifel daran, dass in neue Lösungen und Systeme investiert werden sollte. Welches die jeweils geeignetsten Lösungen sind und wie diese letztlich genutzt und deren Potenziale ausgeschöpft werden können, müssen die Unternehmen offenbar häufig noch eruieren.

Tillmann Braun ist Fachjournalist mit Sitz in Stuttgart