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Nvidia-Gastkommentar: Virtual Reality – noch Zukunftsmusik oder bereits Realität?

VR ist in aller Munde. Was noch vor wenigen Jahren als Science Fiction galt, rückt heute immer mehr in wortwörtlich greifbare Nähe.

Dominic Eskofier, Nvidia Bildquelle: © Nvidia

Dominic Eskofier ist Head of VR EMEA bei Nvidia

Virtual Reality (VR) wird damit nicht mehr nur für Designer und Architekten interessant, sondern auch zu einem begehrten Tool in Bereichen wie Konstruktion und Fertigung. Die Technologie wird diese Branchen nicht von heute auf morgen gänzlich umkrempeln, sie aber langfristig spürbar verändern. Interessierte sollten aber nicht darauf warten, bis sich VR flächendeckend auch im Mainstream etabliert hat, sondern schon heute herausfinden, in welchen Szenarien VR-Umgebungen für sie nutzbar sind. Unternehmen, die schon heute Virtual Reality Workflows in ihre Design-Prozesse einbauen, können eine Vorreiterrolle einnehmen, die für die weitere Entwicklung von VR wegweisend sein kann. Neue, hochauflösende Head Mounted Displays (HMDs), leistungsstarke Grafikprozessoren (GPUs) und fortschrittliche Virtual-Reality-Software sorgen dafür, dass die Technologie für immer mehr Anwendungsfälle interessant wird und ganz neue Möglichkeiten bietet.

Große Fortschritte bei Software für immersive Erlebnisse
Im professionellen Design und Engineering loten bereits immer häufiger auch kleinere Unternehmen ihre Möglichkeiten aus. Dank zunehmend erschwinglicher HMDs, leistungsstarker Workstations und optimierten Workflows können sie 3D-Modelle aus CAD virtuell erfahrbar machen. Gerade in der VR-Software sind mit fotorealistischen und physikalisch simulierten Umgebungen große Fortschritte zu verzeichnen. Dadurch lassen sich Modelle nicht mehr nur betrachten, sondern tatsächlich erfahren und interaktiv zum Leben erwecken: Türen können geöffnet, Räume betreten, Lichtschalter eingeschaltet und einzelne Bauteile berührt oder bewegt werden. So können mögliche Probleme früher erkannt werden, ohne in die Konstruktion eines Prototypen zu investieren und auf das Modell warten zu müssen. Gleichzeitig kann Virtual Reality auch die kollaborative Arbeit an Entwürfen erleichtern und ein hervorragendes Kommunikations-Tool zwischen Designer und Kunde sein. Dadurch wird VR in der gesamten Produktentwicklung einsetzbar – vom dreidimensionalen Entwurf bis hin zur Produktpräsentation für Kunden oder Partner. Letztlich lassen sich mit virtueller Realität auch funktionelle und ergonomische Aspekte von Produkten überprüfen. Dank physikalisch simulierten Umgebungen, können Designer heute mit Bewegungssimulationen eine zugleich realistische visuelle und physische Erfahrung erhalten und besser verstehen, wie ihre Entwürfe aus allen Perspektiven aussehen, sich anfühlen oder sich in verschiedenen Umgebungen verhalten. Darüber hinaus können Objekte gegriffen, Produkte zerlegt oder zusammengebaut oder in Betrieb simuliert werden, um Änderungsaufträge, Time-to-Market und In-the-Field-Operationen signifikant zu verkürzen.

Hohe Anforderungen an die Hardware
Um große und detaillierte Modelle fotorealistisch, in Echtzeit und in naturgetreuen Dimensionen rendern zu können, ist Virtual Reality auf hohe Rechenleistung angewiesen. Jedes Einzelbild muss 90 Mal pro Sekunde gerendert werden, um eine immersive und ruckelfreie Umgebung zu schaffen. Der Leistungsbedarf liegt durch die hohe Bildwiederholrate weit über den üblichen Anforderungen für CAD-Modelle. Hier kommen entsprechende GPUs zum Einsatz, die für den reibungslosen professionellen Einsatz sorgen und mit hoher GPU-Speichergröße und -Speicherbandbreite die komplexen Geometrien und Texturen schnell laden können.

Virtual Reality ist heute keine Science Fiction mehr und wird auch zukünftig weiter große Fortschritte machen – sowohl in der Software als auch in der Hardware, die das Rendering fotorealistischer und physikalisch simulierter immersiver Umgebungen ermöglichen. Für Unternehmen und professionelle Nutzer sind die Möglichkeiten von VR für viele Anwendungsfälle geeignet und bieten vielversprechende Eigenschaften. In Zukunft werden Virtual-Reality-Lösungen um Trainings- und Simulationsmöglichkeiten aus dem Bereich Künstliche Intelligenz erweitert werden und wieder neue Szenarien ermöglichen, die wir vielleicht heute noch für Science Fiction halten.