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Interview mit Reolink: Sicherheitsrisiko Überwachungskameras?

Der chinesische Anbieter Reolink bietet Überwachungssysteme zum kleinen Preis, will aber was Sicherheit angeht mit dem Hochpreissegment mithalten. Online Marketing Direktor Pam Cheung erklärt im funkschau-Interview, wie Reolink sich den bestehenden Sicherheitsrisiken angenommen hat.

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funkschau: Wie schätzt Reolink im Allgemeinen das Sicherheitsrisiko durch Überwachungskameras ein?

Pam Cheung: Generell ist bei Überwachungssystemen einiges zu beachten, denn es gibt gleich drei Arten von Sicherheitsrisiken durch Überwachungskameras:  

  1. Wenn jemand unberechtigt auf die Überwachungskamera zugreift, könnte die Datensicherheit der Kunden verletzt werden.
  2. Dringt jemand ins Überwachungskamerasystem illegal ein und kontrolliert das Gerät, könnte er illegale Tätigkeiten durchführen.
  3. Es drohen Sachschäden durch absichtliche Beschädigung von Überwachungskameras.

Deswegen hat Reolink bereits bei der Entwicklung der Technologien und Produkte vorbeugende Maßnahmen getroffen, um diese unterschiedlichen Sicherheitsrisiken zu vermeiden.

funkschau: Durch welche Maßnahmen gewährleistet Reolink die Netzwerksicherheit seiner Kunden?

Cheung: Die Netzwerksicherheit ist durch Lücken der offenen Netzwerkprotokolle und der Open-Source-Systeme oder durch die Sicherheitsmängel bei der Entwicklung der privaten Netzwerkprotokolle bedroht. Um die Netzwerksicherheit der Kunden zu gewährleisten, hat Reolink folgende Maßnahmen getroffen:

  1. Reolink deaktiviert alle unnötigen Netzwerk-Dienstleistungen (beispielsweise TELNET etc.), mit Ausnahme der unbedingt notwendigen Funktionen und Protokollen (HTTP etc.).
  2. Bei der Entwicklung der privaten Netzwerkprotokolle legte Reolink besonders großen Wert auf die Sicherheit. Der finalen Version gingen ausführliche, gründliche Analysen und sehr viele Diskussionen voraus.
  3. Reolink überträgt alle Daten verschlüsselt.
Pam Cheung, Direktor Online-Marketing Reolink: „Netzwerksicherheit hat für unsere Produkte oberste Priorität.“ Bildquelle: © Reolink

Pam Cheung, Direktor Online-Marketing Reolink: „Netzwerksicherheit hat für unsere Produkte oberste Priorität.“

funkschau: Angenommen, es würde eine Sicherheitslücke entdeckt, wie reagiert Reolink darauf?

Cheung: Zum Glück ist das jetzt eine theoretische Frage, denn bis heute wurde in den Reolink-Produkten keine einzige Sicherheitslücke bekannt. Reolink toleriert absolut keine Sicherheitslücken! Daher dürfen sich unsere Kunden darauf verlassen, dass sich unser Entwicklungs- & Forschungsteam sofort und mit höchster Priorität und mit allen unseren Ressourcen um die Schließung etwaiger Lücken kümmern würde. Die entsprechende Lösung würden wir sofort in Form neuer Versionen (Firmware oder App) veröffentlichen. Wir würden sofort mit Push-Benachrichtigungen zum Update die Reolink Benutzer informieren oder die Version als automatische Online-Aktualisierung bereitstellen.

funkschau: Sichwort Smart Home – welche Rolle spielt Videoüberwachung im vernetzten Gebäude?

Cheung: Das sichere Haus ist ein wichtiger Teil von Smart Home. Genau darauf zielt die Videoüberwachung ab, sie soll das Zuhause und das Geschäft schützen. Im vernetzten Gebäude können die Überwachungskameras in das Smart-Home-System hinzugefügt werden, um zu garantieren, dass die anderen Smart Home-Geräte in einer sicheren Umgebung richtig funktionieren. Darüber hinaus kann die Videoüberwachung zu einem „intelligenten Lebensstil“ gehören. Beispielsweise gibt es auf dem Markt smarte Baby-Monitore, Haustier-Kameras, Wild-Kameras usw. Die Nutzer, die sich für solche Überwachungsprodukte entscheiden, wählen zugleich einen intelligenten, zeitsparenden und interessanten Lebensstil.