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5G im Connected Car: Die Zukunft fährt autonom

Das 5G-vernetzte Auto nimmt dank verbesserter Reichweiten und schnelleren Verbindungsgeschwindigkeiten an Fahrt auf. Doch wie bereitet sich die Industrie auf die neue Mobilfunktechnologie vor? Und mit welchen Diensten lassen sich sowohl für Hersteller als auch Anbieter Gewinnpotenziale erschließen?

Connected Vehicles Bildquelle: © Laird

Das Fahrzeug wird zum persönlichen Mobile Device, das der Besitzer zum Kommunizieren nutzt und womöglich durch Apps personalisiert.

Das Thema 5G liegt derzeit voll im Trend: Bis 2022 werden laut aktuellem Ericsson Mobility Report rund 15 Prozent der Weltbevölkerung den neuen Mobilfunkstandard nutzen. Dabei sind IoT und vernetzte Autos hier noch nicht einmal eingerechnet. Diese sind weitere Zielgruppen für 5G, denn mit der Einführung des neuen Standards wird das Ziel verfolgt, „Maschinen“ optimal in den Mobilfunk einzubeziehen. Somit beschäftigt 5G nicht nur die Telekommunikationsbranche, sondern auch andere Industriezweige. Der Automobilsektor etwa sieht hier die Möglichkeit, bisherige Zukunftsvisionen wie das vernetzte Auto für autonomes Fahren bestmöglich zu realisieren.

Datenaufkommen Connected Car Bildquelle: © Intel

Zukünftiges Datenaufkommen von autonomen Fahrzeugen

Einsatzmöglichkeiten
Die Vorbereitungen für die Einführung von 5G laufen derzeit auf Hochtouren. Die Anforderungen an den neuen Mobilfunkstandard wurden initial gesetzt, jetzt startet die Definition und anschließende Umsetzung. Dabei wird es mehrere Entwicklungslevel – sogenannte Releases – geben. Die Standardisierung des ersten 5G Release 15 wird für Herbst 2018 erwartet und soll hauptsächlich das neue 5G-Funkinterface (New Radio NR) festschreiben. Im zweiten Release, geplant für 2020, soll dann unter anderem die Einbindung höherer Frequenzbereiche ermöglicht werden.

5G ist der Nachfolger des aktuellen Mobilfunkstandards LTE (4G). Die neue Generation soll zu einer Verbesserung der Latenzen und einer hohen Verfügbarkeit führen und durch höhere Performance die Grundlage für neue Einsatzmöglichkeiten schaffen. Vor allem in drei Bereichen eröffnet 5G neue Horizonte: Zum einen in der Consumer Experience (enhanced Mobile Broadband; eMBB). Hier soll durch höheren Traffic und niedrigeren Netzwerkenergieverbrauch die Möglichkeit geschaffen werden, viele Devices gleichzeitig ohne Netzverluste zu benutzen. Das ist vor allem hinsichtlich der Erhöhung des Nutzerkomforts bei großen Menschenansammlungen, wie etwa bei Veranstaltungen, relevant. Ein zweites Einsatzgebiet ist die sogenannte „massive Machine Type Communication“ (mMTC), die gerade im Hinblick auf die Vernetzung von Geräten aller Art im Zuge des Internet of Things relevant wird. Ziel ist es, eine Kommunikation von bis zu einer Million vernetzter Geräte pro Quadratkilometer zu ermöglichen. Diese beiden Bereiche sind für Industrie und Telekommunikation vielversprechend. Es ist jedoch die dritte Einsatzmöglichkeit, die das Interesse der Automobilindustrie an 5G geweckt hat: Durch Ultra Reliable Low Latency (URLL) werden zuverlässige Verbindungen und kurze Übertragungszeiten gesichert. Eine wichtige Voraussetzung für die Komforterhöhung beim autonomen Fahren. Da mit 5G die Einbeziehung von Maschinen und Autos in den Mobilfunk optimiert wird, sind an der Definition des 5G-Standards mehr Inte-ressensgruppen beteiligt.

Wurden bei bisherigen Kommunikationsstandards wie UMTS und LTE die Standards noch von den großen Playern der Kommunikationsbranche definiert, mischen sich bei 5G auch neue Akteure ein. Die Automobilindustrie etwa hat eigens dafür die 5GAA gegründet (siehe auch Expertenkommentar), ein Gremium zur Definition der Anforderungen der Automobilindustrie an die 5G-Standardisierung. Die gemeinsame Definition ist wichtig, damit später zum Beispiel im Straßenverkehr eine reibungslose Kommunikation von Devices verschiedener Hersteller möglich wird.