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Digitalisierung: Neue Möglichkeiten, neue Produkte

Manch einer mag skeptisch sein angesichts der Aussicht auf eine durchdigitalisierte Welt, die bis in den Kühlschrank reicht. Doch immer mehr deutsche Firmen erkennen die Chancen: Sie erfinden sich und ihre Produkte neu. Kleinere Unternehmen müssen jedoch aufpassen, nicht abgehängt zu werden.

Digitalisierung Bildquelle: © alphaspirit - 123RF

Die Digitalisierung stellt immer mehr Firmen in Deutschland vor Herausforderungen. Denn das Internet, künstliche Intelligenz und moderne Sensortechnik halten inzwischen Einzug in fast alle Lebensbereiche: vom Auto bis zum Badezimmer. Und wer nicht rechtzeitig auf den Zug aufspringt, droht unter die Räder zu kommen. Viele Unternehmen sind deshalb dabei, sich neu zu erfinden.

Beispiel Grohe: Der Armaturenhersteller aus Düsseldorf will sich nicht länger damit zufrieden geben, Wasserhähne und Duschen herzustellen, sondern will das Badezimmer digital aufrüsten. “Sie können sich entweder entscheiden, weiter nur die Hardware zu produzieren, und jemand anderes macht die Intelligenz und vielleicht den Profit, oder sie bringen die Intelligenz selbst in die Produkte und sind der Treiber”, meint Grohe Chef Michael Rauterkus.

Unter strenger Geheimhaltung hat das Unternehmen in den vergangenen zwei Jahren deshalb ein neuartiges Wasserschaden-Warnsystem entwickelt. Es kann nicht nur mittels Sensoren und eines eigens entwickelten Algorithmus austretendes Wasser registrieren und über eine App den Wohnungseigentümer alarmieren. Es kann auch im Schadensfall das Wasser direkt an der Hauptleitung abstellen. Auch kleinere Lecks und sogar drohende Wasserrohrbrüche soll das System erkennen.

Grohe habe vor zwei Jahren begonnen, sich über den Einstieg in digitale Technologien Gedanken zu machen, erzählt Rauterkus. Dabei sei dem Unternehmen aufgefallen, dass die Technologien rund um das Smart Home, das digitalisierte Haus, zwar schon ziemlich ausgereift gewesen seien, dass aber das Thema Wasser und vor allem Wasserschäden dabei zu kurz gekommen sei. “Für Grohe hat sich damit ein Supereinstieg in die digitale Welt eröffnet”, meint Rauterkus.

Für den Manager steht fest: Es gibt keine Alternative zum Sprung ins Abenteuer Digitalisierung. “Es nicht zu tun, ist keine Option. Das ist mit Sicherheit die Einbahnstraße in ein viel größeres Problem.” Das Unternehmen habe heute einen “Ideenhorizont für sechs bis acht Jahre”.