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Smart City: Expertenmarkt wächst

Laut einer kürzlich veröffentlichten Studie von Eco und Arthur D. Little sollen sich die bundesweiten Umsätze im Smart City-Markt bis 2022 mehr als verdoppeln. Joblift untersuchte daher den Stellenmarkt in diesem Bereich, um mehr über die Beschaffenheit des Segments zu erfahren.

Zukunft Bildquelle: © Bruce Rolff - 123RF

Laut einer Studie von Eco und Arthur D. Little sollen sich die bundesweiten Umsätze im Smart City-Markt bis 2022 auf rund 44 Milliarden Euro verdoppeln. Die Metajobsuchmaschine Joblift ging daher der Frage nach, inwiefern sich diese Entwicklung auf den Stellenmarkt überträgt und nahm alle 6.569 Smart City-Stellenangebote der letzten 24 Monate unter die Lupe. Anzeigen mit Bezug auf Smart Home wurden von der Untersuchung ausgeschlossen, da dies zu weit in den privaten Raum reicht. Die Untersuchung zeigt, dass es innerhalb eines Jahres 21 Prozent mehr Jobanzeigen gab – 61 Prozent davon im Bereich Smart Energy. Alarmierend ist jedoch, dass sich lediglich 1 Prozent der Stellen an IT-Sicherheitsexperten richten und das obwohl Cyberkriminalität wohl zu den größten Risiken der zunehmend Vernetzung gehört.

Berlin ist Vorreiter in Sachen Smart City
Bereits im Frühjahr 2015 erarbeitete die deutsche Hauptstadt, Berlin eine umfangreiche Smart City-Strategie. Der Ansatz zielt darauf, mit intelligenter Technik Lösungen für die ökologischen, sozialen, ökonomischen und kulturellen Herausforderungen Berlins zu finden. Im Fokus steht dabei mit gleichem oder geringerem Ressourceneinsatz für die Bewohner einen stabilen oder bestenfalls höheren Lebensstandard zu erzielen.  Damit schafft die Stadt auch die meisten Stellen in diesem Bereich  - 15 Prozent aller Anzeigen wurden in Berlin geschalten. Gefolgt von München  (12 Prozent), Erlangen (9 Prozent), Stuttgart (5 Prozent) und Hamburg (4 Prozent). 

Die ausgeschriebenen Stellen im Bereich Smart City verzeichneten ein Wachstum von 21 % innerhalb eines Jahres. Bildquelle: © Joblift

Die ausgeschriebenen Stellen im Bereich Smart City verzeichneten ein Wachstum von 21 % innerhalb eines Jahres.

Nachfrage nach Sicherheitsexperten steigt kaum
Mit 10 Prozent der Anzeigen erfuhren Entwickler die stärkste Nachfrage im Smart City-Umfeld. Darauf folgen Ingenieure und Techniker (9 Prozent) sowie Projektleiter (8 Prozent) und Positionen im Vertrieb und Business Development (6 Prozent). Das Erschreckende, trotz der steigenden Anzahl an Cyberangriffen und der mit zunehmender Vernetzung immer wichtiger werdenden Cybersecurity richtete sich lediglich 1 Prozent der Stellenanzeigen an Sicherheitsexperten. Das mag – und muss – sich in Zukunft ändern: Die Studie von eco und Arthur D. Little prognostiziert rund 3,5 Milliarden Euro Umsatz für den Bereich IT-Sicherheit im Jahr2017. Auch datenschutzrechtliche Bedenken angesichts der Verfügbarkeit offener Daten werden häufig in Zusammenhang mit einer intelligenten Umgebung geäußert. Nichtsdestotrotz wandten sich lediglich drei Anzeigen (0,05 % der Stellen) an Datenschutzspezialisten.

Fokus auf intelligenter Stromversorgung
Auch bei den Feldern, aus denen sich urbane Zukunftskonzepte zusammensetzen, zeigt sich eine klare Tendenz: 3.981 Ausschreibungen bewegten sich im Bereich intelligente Stromnetze –ein Wachstum von 32 Prozent. Mit 1.121 Stellen folgt der Mobilitäts-Sektor. Im Vergleich zum Vorjahr verzeichnet dieser Bereich jedoch einen Rückgang von 35 Prozent.  Es folgt der Bereich Smart Buildings, der sich auf die Automation öffentlicher Gebäude bezieht, mit 224 Ausschreibungen, jedoch einer negativen Stellenentwicklung von 41 %. Der Aufbau einer  intelligenten Infrastruktur, die etwa eine effiziente Verkehrsleitung oder Müllentsorgung betrifft,  brachte 105 neue Jobs mit sich, die sich zudem innerhalb eines Jahres verdoppelten und somit ein Wachstum von 100 % aufzeigten. Weniger Gewicht scheint man der Technologisierung der Gesundheitsversorgung (Smart Healthcare, 22 Stellen, Wachstum von 20 %), des Handels (Smart Retail, 15 Stellen, von denen 14 in den letzten zwölf Monaten ausgeschrieben wurden), sowie der Regierung und Verwaltung (Smart Governance, sieben Stellen, davon lediglich zwei  in den letzten zwölf Monaten) zu verleihen.