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Von Konnektivität zum Data Management: Wie Telkos das Internet der Dinge nutzen

Studien zufolge werden 25 Prozent der IoT-Infrastruktur in Zukunft über Telkos gestellt. Bernd Groß über den Telko-Markt und das Internet der Dinge: Wo stehen Unternehmen wie die Deutsche Telekom? Welche Strategie fahren sie und wie sieht der internationale Vergleich aus?

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Das Internet der Dinge ist das Technologiethema der Stunde. Laut einer IDC-Studie aus dem Jahr 2016 wird sich die Zahl der weltweit vernetzten Devices von derzeit 14,9 Milliarden bis zum Jahr 2020 mehr als verdoppeln – eine Schätzung, der sich viele namhafte Telekommunikationsunternehmen schon heute anschließen. Wie Eco, der Verband der Internetwirtschaft, berichtet, sind rund 73 Prozent der Branchenexperten der Meinung, dass das Internet der Dinge helfe, technologisch Anschluss an große US-Unternehmen zu finden.

Für einen Großteil der weltweit führenden Telkos – darunter die Deutsche Telekom, die NTT in Japan, Telstra in Australien, Telia in Schweden oder Etisalat im Nahen Osten – zählt das Internet der Dinge bereits heute schon zu den Kernpunkten der Unternehmensstrategie -  vor allem der Bereich Connectivity. Hier werden Lösungen angeboten, die in viele IoT-Projekte implementiert werden. Darüber hinaus wird aber mehr und mehr deutlich: Man will mehr bieten als nur Konnektivität. Deshalb verschiebt sich der Fokus auf das Management von „Dingen”, beispielsweise Kompressoren, E-Bikes oder Autos, sowie auf das wichtige Thema Data Analytics – insbesondere für Geschäftskunden.

Bernd Groß, Geschäftsführer bei Cumulocity Bildquelle: © Cumulocity

Bernd Groß, Geschäftsführer bei Cumulocity

Angebotsspektrum ausweiten – mit Device und Data Management Services
Ziel der Telekommunikationsunternehmen ist, Geschäftskunden mehr Leistungen anbieten zu können. Viele entscheiden sich daher dafür Leistungen im Bereich Device Management und Application Enablement anzubieten. Über eine IoT-Device-Management- und Application-Enablement-Plattform lassen sich Daten sammeln, analysieren und interpretieren. Ergänzenden gibt esRemote-Control- sowie Alarm- und Condition-Monitoring-Services oder auch Field Forces.

Derzeit befindet sich schätzungsweise ein Drittel aller Telekommunikationsunternehmen in diesem Wandel – ein Beispiel hierfür ist die Deutsche Telekom mit ihrer „Cloud der Dinge”, die auf Cumulocity basiert. Ergänzend zur „Enterprise”-Erweiterung bauen einige Telkos darüber hinaus spezialisierte Divisions und Business Units auf, die sich auf verschiedene vertikale Märkte konzentrieren. Der Fokus liegt hier eher auf Bereichen wie Smart Home und Smart Metering – sprich der automatischen Messung des Gas-, Wasser-, Stromverbrauchs –, aber auch Smart City und Healthcare. Was gut strukturierte Telkos von der weniger gut organisierten Konkurrenz abhebt: Die Lösungen, die von der IoT-Unit bereitgestellt werden, sollten direkt auf einer gemeinsamen Plattform aufsetzen, denn dann lässt sich Big Data auch wirklich branchenübergreifend umsetzen.

Mittlerer Osten Vorreiter in Smart City
Versucht man die Relevanz einzelner Länder in Bezug auf das Internet der Dinge zu vergleichen, zeigt sich schnell, dass diese stark vom jeweiligen vertikalen Markt abhängt. Für den Bereich Industrie 4.0 lässt sich klar sagen, dass Deutschland mitführend ist. Viele Unternehmen aus Asien oder Nordamerika schätzen die hiesige Expertise. Während beim Thema Smart Metering die skandinavischen Länder klar führend sind, setzen der Mittlere Osten, Indien und China sehr viele Smart-City-Projekte auf – beides Felder, in denen Deutschland bislang weniger involviert ist. Vergleicht man jedoch, wie sich das Internet der Dinge gemessen am Gesamtumsatz auf diese verschiedenen Verticals verteilt, ist die Industrie 4.0 bei weitem das größte Marktsegment.

Bernd Groß ist Geschäftsführer bei Cumulocity