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IP-Umstellung: "Es hat gerauscht, geklirrt und es gab keinen Klingelton"

Die IP-Umstellung geht nicht ohne Hürden voran. Im funkschau-Interview erklärt HFO Telecom-Vorstandvorsitzender Achim Hager, warum es Auftragsstaus gibt, wo es bei der Migration haken kann und warum viele Unternehmen VoIP nach wie vor mit schlechter Sprachqualität gleichsetzen.

Klammeraffe auf dem ein Telefonhörer abgelegt ist Bildquelle: © Fotolia
Achim Hager, Vorstandsvorsitzender bei HFO Telecom Bildquelle: © HFO Telecom

Achim Hager ist Vorstandsvorsitzender bei HFO Telecom

funkschau: Herr Hager, die All-IP-Umstellung schreitet voran und biegt langsam auf die Zielgerade. Aber ist gerade der deutsche Mittelstand auch für die Migration gerüstet? Wie schätzen Sie den Know-how-Stand im Markt ein?

Achim Hager: Ich denke, dass viele Firmen noch immer nicht im Visier haben, dass die Zeit der Umstellung angebrochen ist und eine rechtzeitige Planung die Basis für eine gute Entscheidung ist. Die Anbieter haben jetzt teilweise schon Auftragsstaus, die beiden großen Anbieter phasenweise komplette Auftragsstopps eingelegt. Das kann zwar zum einen etwas Luft verschaffen, aber es zeigt auch, dass sich bei einer zu späten Entscheidung eine Umstellung hinziehen kann, länger als man das vielleicht erwartet hätte. Wenn dann auch noch die Systemhäuser voll sind mit Aufträgen, wird es knapp.

funkschau: Sind denn zumindest diese Systemhäuser und der Channel im Allgemeinen ausreichend darauf vorbereitet?

Hager: Das Know-how bei den Systemhäusern ist durchaus angekommen. Wir als HFO schulen permanent unsere Partner und werden dies mit unseren umfangreichen Kooperationen in 2017 noch weiter steigern, nämlich dann, wenn die ersten Partnerschaften mit unseren Distributionen live gegangen sind.

funkschau: Andererseits ist 2018 bei HFO nicht das Ende von ISDN. Sie bieten entsprechende Anschlüsse auch über diesen Zeitpunkt hinaus an, was sind die Gründe für diesen Schritt?

Hager: Wir wollen Unternehmen, die noch in laufenden Leasingverträgen für ihre Anlage sind, ermöglichen, diese zu Ende zu führen und die gewonnene Zeit zu nutzen für eine reiflich durchdachte, richtige Entscheidung. Ob wir als Netzbetreiber einen All-IP-Netzabschluss setzen oder einen Wandler auf ISDN ist zunächst einmal kein großer Unterschied. Allerdings können wir bei diesen Anschlüssen die Abschreibung nicht so lange laufen lassen wie bei den zukunftsweisenden NGN-Netzabschlüssen, sodass sich dies auf Dauer in der Preisgestaltung der auf ISDN gewandelten Anschlüsse niederschlagen muss.