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WebRTC: Neuer Standard der Kommunikation

Viele Hersteller der ITK-Branche setzen große Hoffnungen in den WebRTC-Standard, der besonders für den Support ein vielversprechendes Werkzeug darstellt und die Akzeptanz von Video stärken könnte. Aktuell nimmt er die finalen Hürden, um sich als plattformübergreifende Schnittstelle zu etablieren.

Videokommunikation Laptop Bildquelle: © Andrey Popov-fotolia

Wenn es sich um technische Potenziale im Kommunikationsbereich dreht, fällt immer wieder der Begriff WebRTC – sprich: Web Real-Time Communication. Der offene Standard ermöglicht den Voice-, Video- und Datenaustausch in Echtzeit von Rechner zu Rechner und von Browser zu Browser, ohne eine dedizierte Anwendung auf dem Computer. Eine enorme Chance für den Einsatz von Unified Communications-Lösungen. „In der Vergangenheit waren für webbasierte Voice- und Videokommunikation immer zusätzliche Softwarelösungen notwendig“, erklärt Christoph Wichmann, Geschäftsführer bei Voiceworks. „Das ist jetzt vorbei.“ Mit WebRTC lasse sich audiovisuelle Kommunikation ohne Umwege browsergestützt einsetzen. Besonders interessant ist diese Entwicklung für den Austausch mit unternehmensexternen Ansprechpartnern wie Kunden, da keine separate Software installiert werden und nicht dieselbe Plattform vorhanden sein muss. „WebRTC baut sowohl für Nutzer als auch für Programmierer viele Hürden ab, beschleunigt Akzeptanz von Audio- sowie Videokommunikation und ermöglicht die Kommunikation über Webseiten“, unterstreicht auch David Welzmiller, Deputy Head of Product Management bei Estos.

Unternehmen biete sich die Chance, unkompliziert und mittelbar mit Interessenten und Kunden zu kommunizieren. So könne man Webseitenbesuchern den direkten, aber unverbindlichen Kontakt mit einem passenden Mitarbeiter anbieten und ihn so besser beraten. Doch auch über Unternehmensgrenzen hinaus soll WebRTC sinnvoll eingesetzt werden können. „Ein Beispiel aus dem medizinischen Bereich verdeutlich das“, so Welzmiller. „Die bereits zahlreich im Internet vorhandenen Online-Sprechstunden könnten durch Audio/Video-Chat deutlich persönlicher gestaltet werden.“

Noch hat sich WebRTC aber nicht gänzlich im Markt etabliert, befindet sich aktuell noch in der Entwicklung und Standardisierung, die maßgeblich von Google, Mozilla und Operavorangetrieben werden. Apple hat sich hingegen derzeit noch gegen den Einsatz der Schnittstelle im eigenen Safari-Browser entschieden, während sie Microsoft erst kürzlich in Edge integrierte. „In Bezug auf den Marktanteil und den damit verbundenen Einfluss auf die Entwicklung einer standardisierten Technologie ist das nicht zu unterschätzen“, sagt Thomas Muhr, Country Manager DACH des Unified Communications-Anbieters Shoretel. Eine zentrale Rolle bezüglich der Zukunftssicherheit komme jedoch den Nutzern zu. „Erkennen diese den Wert und die Möglichkeiten von WebRTC, wird sich auch Apple auf lange Sicht nicht verschließen können und Microsoft wird die Integration ermöglichen.“ Wichmann von Voiceworks gibt aber zusätzlich zu bedenken: „Das bedeutet nicht, dass Microsoft nicht auch parallel an seiner eigenen Lösung mit ORTC festhält.“ Der Anwenderkreis bei ORTC als Microsoft-Produkt beschränke sich aber per se auf den eigenen Kundenstamm. „Deshalb besitzt der Real-Time-Communication-Ansatz sicherlich durch den größeren Anwenderkreis auch das größere Potenzial“, so der Voiceworks-Manager.