Sie sind hier: HomeTelekommunikation

Verkabelungsinfrastruktur im Datacenter: IT-Cabling - kann doch jeder! Oder?

Zahlreiche Aspekte müssen bereits im Vorfeld einer Verkabelungsinstallation geklärt sein. Der folgende Beitrag gibt einen Überblick zur Technologie und dem praktischem Einsatz parallel optischer Anwendungen - von der Planungsphase bis zur Umsetzung, Inbetriebnahme und dem Betrieb.

Bildquelle: © fotolia.com

Ständig steigende Anforderungen zwingen Betreiber, Mitarbeiter und Management von Rechenzentren bei Planung, Bau und dem RZ-Betrieb auf dem neuesten Stand der Technik und der Gesetzgebung zu sein. Ob Neubau oder Sanierung, die Hochverfügbarkeit eines Rechenzentrums muss gewährleistet sein. Eine frühzeitige Planung und Konzeption ist insbesondere bei der Verkabelungsinfrastruktur notwendig. Dabei nehmen parallel optische Anwendungen bei der effizienten Gestaltung von Verbindungen in der Verkabelungsinfrastruktur eine immer wichtigere Rolle ein. Diese werden bereits heute zur genauen Analyse in eingesetzten Protokollen verwendet. Professionellen Einschätzungen nach, werden diese ebenfalls entscheidend über die nächsten Jahre an Bedeutung gewinnen.

Parallel optischen Anwendungen
Die rasante Entwicklung der parallel optischen Datenübertragungen im Allgemeinen und im Rechenzentrum im Besonderen – zuerst im Multimode- nun auch im Singlemode-Bereich – hat eine Flut von unterschiedlichen GBE-Protokollen für die verschiedensten Anwendungsfälle hervorgebracht: 40 GBE, 100 GBE, 200 GBE, 400 GBE und das kombiniert mit Abkürzungen wie unter anderem SR4, PSM4, DR2, DR4, CLR4, LR4, ER4, FR4, FR8, LR8, SR10, SR16. Wie findet man sich da zurecht?

Aktueller Stand und Entwicklung der Technologien
Im Rechenzentrum am weitesten verbreitet sind gegenwärtig die Anwendungen auf Multimode-Basis, insbesondere mit den Ethernet-Applikationen 40GBE-SR4, 100 GBE-SR10, 100 GBE-SR4 oder der Fiber Channel-Anwendung 4x16GFC. Da die Längenbegrenzungen für diese Protokolle auf Multimodefasern jedoch protokollabhängig mit maximal 150 m (IEEE 802.3) rasch zu Limitationen in der Verkabelungsstruktur führen, war zu erwarten, dass die Technologie auf Singlemode-Anwendungen erweitert wird. Das ist nunmehr der Fall. Mit dem Ethernet-Übertragungsprotokoll 100 GBE-PSM4 wird die enge Längenbegrenzung aufgehoben. Die 100 GBE-PSM4-Technologie wurde als eine kostengünstige Singlemode-Variante entwickelt, die Übertragungsstrecken von 500m bei einer Kanaldämpfung von 3,26 dB bedienen kann (IEEE 802.3bm).

Für größere Distanzen werden die für Singlemodefaser entwickelten Übertragungsprotokolle 100 GBE-CLR4 (IEEE kompatibel), 100 GBE-LR4 und 100 GBE-ER4 mit Reichweiten von 2, 10 beziehungsweise 40 Kilometern eingesetzt. Diese basieren dann allerdings nicht auf der Parallelisierung der Daten auf verschiedenen Fasern, sondern auf Wellenlängenmultiplex-Technologien, also dem Transport verschiedener Wellenlängen (Farben) parallel in einer Faser.