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Internet of Things: Erfolgsrezepte zur Smart City

Viele Städte haben ihren eigenen Ansatz, wenn es um das Ressourcenmanagement der Zukunft geht. Der „Smart City Index“ untersucht und bewertet verschiedene Vorgehensweisen.

creativemarc-123rf Bildquelle: © creativemarc-123rf

Tatsächlich lässt sich ein "Chief Digital Officer" als ausschlaggebendes Kriterium für eine erfolgreiche Smart City festlegen.

Das Szenario einer “Smart City” lässt grenzenlose Möglichkeiten zu. Um für den jetzigen Entwicklungsstandpunkt realistisch zu bleiben, erstrecken sich die Anforderungen an eine Smart City aktuell noch auf:

  • ein stadtweites kostenloses WLAN an öffentlichen Plätzen,
  • Online-Shopping mit Lieferung innerhalb weniger Stunden,
  • automatisch gesteuertes Straßenlicht,
  • ein intelligentes System für Parkplätze,
  • automatisches Entleeren öffentlicher Mülleimer,
  • koordinierte Termine beispielsweise im Bereich Healthcare für Impfungen im Krankenhaus oder
  • zukunftsorientierten Unterricht schon in Grundschulen.

Der “Smart City Index” der Unternehmensberatung Roland Berger bewertet, wie weit sich einzelne Städte bereits zur Smart City entwickelt haben. So fanden die Analysten bei der Studie heraus, dass Städte bei der Umsetzung vor allem deshalb Probleme haben, weil ihre Strategien nicht zu Ende gedacht sind. Einzelne Sektoren werden als eigenes, in sich geschlossenes System betrachtet und die Verknüpfung untereinander vernachlässigt, so die Analysten. Während das Hauptaugenmerk meist auf Mobilität, Energieversorgung und Regierungsangelegenheiten liege, kämen die Bereiche Bildung, Gesundheit und Bebauung oft zu kurz. Laut Roland Berger ist es für eine erfolgreiche Weiterentwicklung allerdings notwendig, alle Bereiche aufeinander abzustimmen. Daher beschäftigen bereits Städte wie Wien, Amsterdam und Seoul einen “Chief Information Officer” oder “Chief Digital Officer”. Dieser ist für die Koordination und Vernetzung der IT-Projekte untereinander und den Smart-City-Funktionalitäten verantwortlich.

Der “Smart City Index” bewertet nach Handlungsfeldern, strategischen Plänen und der IT-Infrastruktur. Auffällig ist, dass Städte, die im Ranking weit vorne sind, in allen drei Themengebieten gleich hohe Ergebnisse erzielt haben. Gewonnen hat Wien mit 73 von 100 Punkten, den zweiten und dritten Platz teilen sich Chicago und Singapur mit jeweils 72 Punkten. Dass diese Städte so stark bewertet sind, lässt sich laut Roland Berger auf ihr ausbalanciertes Vorgehen und ihre klare Haltung in allen drei bewerteten Kategorien zurückführen. Dahinter stecke ein auf die komplette Strategie ausgelegtes, ganzheitliches Denken.

Der “Smart City Index” lässt insgesamt betrachtet folgende Schlüsse zu: Die Größe der Stadt sagt nicht zwingend etwas über ihr Potenzial als Smart City aus. Wohlhabende Städte haben im Großen und Ganzen bessere Strategien als ärmere, wirtschaftlich starke Städte schneiden in der Regel auch besser ab. Allerdings verurteilt schwache Wirtschaft nicht automatisch zu einem schlechten Konzept. Rio de Janeiro zum Beispiel erreicht Platz 14, nur einen Platz hinter Bristol in England. Das Konzept der Smart Citys braucht eine durchdachte Strategie, um in Zukunft erfolgreich zu sein.