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Internet of Things: Low Power WAN Connectivity für das IoT

Mit Sigfox steht eine Funktechnologie mit großer Reichweite und geringstem Stromverbrauch für das Internet der Dinge sowie Industrie 4.0-Anwendungen zur Verfügung. Über den aktuellen Ausbaustatus und die Konkurrenzsituation berichtet Aurelius Wosylus, Director Sales & Partners Germany bei Sigfox.

Aurelius Wosylus, Director Sales & PArtners Germany bei Sigfox Bildquelle: © Sigfox

"Gemessen an der Anzahl der Länder sind wir schon heute der größte globale Netzwerkanbieter."

Aurelius Wosylus, Director Sales & Partners Germany bei Sigfox

funkschau: Herr Wosylus, Sigfox hat angekündigt, seine Präsenz als Connectivity-Anbieter für IoT und Industrie 4.0 massiv auszubauen. Wie ist der aktuelle Status?
Aurelius Wosylus: Das stimmt, Sigfox ist bereits in zwölf Ländern vollkommen ausgerollt und befindet sich gerade in weiteren 20 Ländern aktiv im Aufbau. Bis Ende des Jahres sollen so insgesamt 60 Länder unter Vertrag und abgedeckt sein. Ein Rollout bedeutet, dass ein Land in etwa 1,5 bis zwei Jahren mit einer Abdeckung der Bevölkerung von zirka 80 Prozent versorgt ist. Für Deutschland liegen wir aktuell bei 46 Prozent und werden nach Plan die 80 Prozent zum Ende des Jahres erreichen.

funkschau: Sie sind sich, was die Konkurrenzfähigkeit von Sigfox angeht, wohl sehr sicher?
Wosylus: Nennen wir es überzeugt. Im Markt sehe ich drei relevante Player: Sigfox, NB-IoT (Narrowband IoT) und auch LoRaWAN (Long Range Wide Area Network). Wie bei allen technischen Lösungen hat jede ihre Vor- und Nachteile. Wir sind extrem energieeffizient, kostengünstig mit globalem Ansatz und einfach einzusetzen. Die Datenraten sind gering und für Sensoren, Geräte-Ortung, Steuerbefehle, et cetera hervorragend geeignet. Und das Netzwerk ist für Milliarden von Objekten optimiert. Die Ansätze der beiden anderen Technologien spielen ihre Stärken in anderen Bereichen aus: beispielsweise höherer Datendurchsatz oder lokale Netze.

funkschau: Der Mitbewerber LoRa nutzt wie Sigfox das lizenzfreie ISM-Frequenzband (Industrial Scientific Medical). Bereitet das keine Probleme?
Wosylus: Wir betrachten natürlich alle Technologien im Markt. Bei der Größe und der Attraktivität des Marktes liegen die Probleme allerdings eher in anderen Bereichen. Eine Herausforderung ist es zum Beispiel, alle Kundenanfragen zufriedenstellend zu bedienen oder kompetente Mitarbeiter zu finden. Vielen Firmen, die noch keine Erfahrung Im IoT-Umfeld haben, muss eine helfende Hand gereicht werden. Der Netzwerkausbau, auch wenn wir gut im Plan liegen, muss technisch und vor allem physikalisch umgesetzt werden. LoRa aber auch NB-IoT haben ihre eigenen Themen und werden noch einige Erfahrungen sammeln, aus denen  wir schon vor ein paar Jahren gelernt haben.

funkschau: Heißt das, Sie gehen künftig von einer Koexistenz aller genannten Technologien aus?
Wosylus: Sicherlich, ja. Ich gehe davon aus, dass sich alle drei Technologien parallel im Markt etablieren werden. Und dieser ist so riesig, dass jeder Anbieter mit seinen Marktanteilen zufrieden sein kann und auch sein wird. Ein Beleg dafür ist, dass Sigfox und Telefónica erst vor kurzem eine Partnerschaft eingegangen sind, die zeigt, dass die Technologien eher ergänzend sind als miteinander zu konkurrieren.
Ich erwarte sogar, dass auch noch ein paar weitere Firmen „Morgenluft“ schnuppern und versuchen werden, mit eigenen Ansätzen in den Markt einzusteigen. Selbst wenn sich unerwarteter Weise noch ein weiterer Anbieter etablieren sollte, ist der Markt immer noch so riesig, dass er nicht an Attraktivität verlieren würde. Doch bei dem momentanen Fortschritt der aktuellen Hauptakteure denke ich, würde es nicht leicht werden.