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Fraunhofer IAIS: Verein zum Schutz kritischer Infrastrukturen gegründet

Ein europäisches Zentrum zur Krisenprävention soll in Zukunft die Ausbildung für den Ernstfall und die grenzüberschreitende Zusammenarbeit verbessern.

Software-Fehler können weitreichende Konsequenzen haben, wie der Absturz eines A400M im Mai diesen Jahres in Sevilla bewies. Bildquelle: © Denys Rudyi / Fotolia

Präventive Sicherheit: Fraunhofer IAIS gründet Verein "2E!SAC" - weitere Mitstreiter sind willkommen.

Egal ob Naturereignisse, Terrorattacken, technische Defekte oder menschliches Versagen – Katastrophen treten plötzlich ein und legen Versorgungs- und Transportwege lahm. Im Ernstfall entscheiden gute Ausbildung, schnelle Entscheidungsfähigkeit und vernetztes Handeln über Menschenleben und die Höhe des finanziellen Schadens. Zur Verbesserung der Schutzkonzepte gründete ein Konsortium unter der Federführung des Fraunhofer-Instituts für Intelligente Analyse- und Informationssysteme IAIS den “2E!SAC – Verein zur Verbesserung der Resilienz vitaler Infrastrukturen in Europa e.V.”

Der Verein dient dem Zweck des nachhaltigen Forschungstransfers: Mit vereinten Kräften wollen die derzeit noch neun Gründungsmitglieder die Voraussetzungen zur Einrichtung eines europäischen Zentrums zur Krisenprävention schaffen. Zur Begründung heißt es: Die Schutzkonzepte zur Prävention müssen ständig an technische, politische und wirtschaftliche Änderungen angepasst werden. Die Krisen machen auch vor Grenzen nicht Halt, so ist eine funktionierende europaweite Zusammenarbeit von Rettungsdiensten, Feuerwehr, Behörden und Betreiber Kritischer Infrastrukturen (KRITIS) von höchster Relevanz.

Das Fraunhofer IAIS forscht nach eigenen Angaben seit mehr als zehn Jahren im Bereich “Schutz kritischer Infrastrukturen” und hat in mehreren nationalen und EU-Forschungsprojekten unter anderem ein Entscheidungssystem für KRITIS-Betreiber und ein Trainingssystem für Krisenstäbe im Zivilschutz entwickelt.
In dem im EU-Projekt CIPRNet entwickelten CIPRTrainer simulieren die Wissenschaftler zum Beispiel eine Cyberattacke auf das Stellwerk der Bahn oder Überflutungen im deutsch-holländischen Grenzgebiet. In What-if-Analysen spielen die Trainees in Viererteams alternative Handlungsszenarien durch. Die Konsequenzen ihrer Maßnahmen sehen sie in einer Simulation auf der Basis realer Geodaten auf dem Bildschirm.