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Trends 2017: Stete Umwälzung der ITK-Welt

Die funkschau-Redaktion stellt zehn der interessantesten und nicht zuletzt einflussreichsten Facetten der Digitalisierung vor, die 2017 zu einem enorm spannenden Jahr für den gesamten Markt machen werden.

Glaskugel Bildquelle: © fotolia.com

Die Entwicklungen und Trends der ITK-Branche vorherzusagen, gleicht heutzutage dem Kaffeesatzlesen oder dem beliebten Blick in die Glaskugel. Die Innovationszyklen haben sich in den vergangenen Jahren so stark verkürzt, dass der nächste Sprung nur schwer abzusehen ist. Gerade das oft beschriebene disruptive Wesen der Digitalisierung sorgt eben nicht nur für einen weiteren Evolutionsschritt, sondern oftmals für zuvor undenkbare Revolutionen. Und doch werfen schon jetzt große Entwicklungen ihre Schatten voraus, die nicht nur das nächste Jahr entscheidend prägen dürften...

Bimodale IT
Wie können Unternehmen der Digitalisierung Herr werden, die schneller Innovationen hervorbringt, als IT-Abteilungen sie in der eigenen Infrastruktur aufgreifen könnten? Laut Analystenhäusern wie Gartner oder IDC lautet die Antwort „bimodale IT“. Das jüngste Buzzword im Sprachdschungel des digitalen Wandels steht für eine zweigleisige Unternehmens-IT, deren getrennte, aber nicht unabhängige Teile mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten agieren. Während sich ein Team unter Leitung beispielsweise eines CIOs um die Aufrechterhaltung des technischen Betriebs kümmert, soll das andere Team, gemeinsam mit einem Chief Digital Officer oder dem CEO, Innovationen ins Auge fassen und dabei von hoher Flexibilität profitieren. Es entstehen zwei IT-Welten: die eine geprägt von Effizienz, Stabilität und Kostenoptimierung, die andere von Agilität und Innovationsdruck. Die eine fokussiert auf „Vorhersagbarkeit“, die andere auf „Erforschung“, wie es Gartner beschreibt. Die Analysten gehen davon aus, dass bis 2017 rund drei Viertel der großen Unternehmen in ihrer IT-Infrastruktur ein bimodales Konzept umgesetzt haben werden, demnach ein obligatorischer Schritt, um an den zunehmend von den Kunden definierten Märkten teilhaben zu können.         

Die Theorie der bimodalen IT wird in der Branche aber nicht unkritisch aufgenommen. So warnen beispielsweise die Analysten von Forrester vor einer Zwei-Klassen-IT, deren beide Bereiche um Budget, Ressourcen und Aufmerksamkeit kämpfen würden. Hier tue sich die Gefahr neuer Silos auf, für deren Abschaffung die Digitalisierung eigentlich stehe.

Pokémon Go Bildquelle: © Niantic Labs

In Abgrenzung zur VR wird bei AR die reale Welt um zusätzliche Informationen beziehungsweise technische Hilfen erweitert, während der Nutzer in Echtzeit agiert. Populäres Beispiel: das Mobile Game "Pokémon Go".

Virtual und Augmented Reality
Marktforschungsunternehmen siedeln derzeit sowohl Virtual als auch Augmented Reality auf ihrer Trend-Agenda weit oben an. Forrester erwartet, dass die Technologien in den kommenden fünf Jahren reifen. VR führt zwar noch ein Nischendasein, scheint in der Praxis jedoch angekommen zu sein: Innerhalb kurzer Zeit wurden zahlreiche B2B-Lösungen entwickelt und umgesetzt, angefangen vom virtuellen Showroom bis hin zu neuartigen Simulatoren für Trainingszwecke. AR hingegen steht noch in den Startlöchern. Allzu oft wird die Technologie noch auf die Datenbrille oder auch Google Glass reduziert, bietet jedoch weitaus mehr Potenzial. So erwartet eine Deutsche Bank-Studie, dass allein der globale Markt für erweiterte Realität von 500 Millionen auf 7,5 Milliarden Euro im Jahr 2020 steigt, was einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von rund 72 Prozent entspricht. Vor allem spezialisierte Anwendungen, die nah am Kunden entwickelt werden, versprechen Erfolg. Die Spannweite dieser Einsatzfelder reicht dabei von der Unterhaltungselektronik, Multimedia und Games über Lifestyle, Gesundheit und Bildung bis zur Prozessoptimierung, insbesondere auch im Kontext mit Industrie 4.0.