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Internet of Things: Der Siegeszug von Predictive Maintenance

Durch das intelligente und vorausschauende Management von Maschinen und Systemen können Unternehmen ihre Kosten für Wartungsarbeiten um 30 Prozent reduzieren. Zudem lassen sich bis zu 70 Prozent der Betriebsausfälle verhindern.

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Unternehmen setzen verstärkt auf intelligente Wartung, um Kosten und Ausfallzeiten zu senken.

Um Ausfallzeiten zu minimieren, mussten Betriebe bis vor kurzem jegliche Produktionsschritte mit viel Handarbeit, Akribie und festen Wartungsplänen überwachen. Der Aufwand war enorm – und dennoch standen viele Maschinen immer wieder still. Mit der Einführung von M2M-basierter „Predictive Maintenance“ hat sich dies grundlegend geändert. Durch die vorausschauende Wartung und Überwachung von Maschinen beziehungsweise Anlagen sind die Prozesse mittlerweile vielerorts automatisiert. Sämtliche verfügbaren Daten werden nunmehr analysiert – häufig in Echtzeit – und dadurch auch Probleme erkannt, bevor diese zu Produktionsausfällen führen können.

Wie eine Studie des Beratungsunternehmens Accenture im Auftrag des Weltwirtschaftsforums zeigt, lassen sich unerwünschte Stillstände mit den richtigen Predictive-Maintenance-Maßnahmen um 70 Prozent reduzieren. Durch frühzeitig geplante Reparaturen können Unternehmen zudem im Schnitt zwölf Prozent und bei Wartungsarbeiten sogar knapp 30 Prozent an Kosten einsparen, so die Marktforscher. Diese Zahlen decken sich mit denen des Departments of Energy (DOE) in den USA. Auch dort hat man errechnet, dass sich Wartungskosten mittels Predictive Maintenance um bis zu 30 Prozent reduzieren lassen, und dass bis zu 75 Prozent der Betriebsausfälle verhindert werden können.

Kein Wunder also, dass Predictive Maintenance als Strategie für eine reibungslose Instandhaltung in vielen Branchen an Bedeutung gewinnt. Eines der Paradebeispiele ist die Luftfahrt. Laut Bernhard Rohleder, Hauptgeschäftsführer beim Branchenverband Bitkom, wird die vorausschauende Wartung von Flugzeugen zum ultimativen Standard in der Branche. Um nichts dem Zufall zu überlassen, wird die Verbreitung von Predictive Maintenance in der Luftfahrt, Rohleder zufolge, spätestens im Jahr 2030 bei nahezu 100 Prozent liegen. Lediglich in zwei Prozent der Fälle dürften dann noch andere Verfahren eingesetzt werden, wie eine Bitkom-Umfrage unter Luftfahrtunternehmen ergeben hat.

Auch im Bereich Maschinen- und Anlagenbau spielt Predictive Maintenance eine wichtige Rolle. „Ziel dieser neuen Instandhaltungsstrategie ist es, unvorhergesehene Ausfälle zu vermeiden und damit verbundene Produktionsengpässe zu reduzieren beziehungsweise auszuschließen. Dadurch nimmt die Produktivität zu, Instandhaltungs- und Servicekosten sinken, Fertigungsqualität und Planungssicherheit steigen“, erklärt Peter-Michael Synek, stellvertretender Geschäftsführer des Fachverbandes Fluidtechnik im Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA). Im Ergebnis würden so auch die Gesamtbetriebskosten fallen.