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Lizenzmanagement: Software-Mietmodelle als Stolperfalle

Für viele Unternehmen sind Software-Mietmodelle eine attraktive Alternative zum Kauf von Lizenzen. Betriebe vermeiden dadurch hohe Anschaffungskosten und müssen ihre Ressourcen nicht langfristig binden. Software-Abonnements oder Subscription-Lizenzen erhöhen somit die Flexibilität. Aber auch Mietmodelle haben ihre Tücken. Daher stehen ebenfalls die Prozesse für Software-Asset-Management auf dem Prüfstand – denn der nächste Software-Audit kommt bestimmt.

Bildquelle: © Jan Schumann / fotolia.com

Laut der Business Software Alliance (BSA), dem Interessenverband der Software-Hersteller, ist in Deutschland fast ein Viertel der genutzten Software falsch lizenziert. Lizenz-Audits gehören mittlerweile zum Standard der großen Hersteller wie Microsoft, IBM, Oracle oder SAP. Ohne Software-Asset-Management (SAM) fällt es vielen Unternehmen schwer nachzuweisen, dass die genutzte Software nicht die erworbene Menge an Nutzungsrechten übersteigt. Unter Zeitdruck wird auf Hochrechnungen und Annahmen zurückgegriffen – eine Notlösung mit hohen Risiken. Denn bei Fehllizenzierungen werden die Ausgleichszahlungen oft mit Strafaufschlägen wegen Urheberrechtsverletzung veranschlagt.

Mieten liegt im Trend
Vor diesem Hintergrund begrüßen viele Unternehmen einen sich intensivierenden Trend zu Software-Mietmodellen. Sie glauben so automatisch compliant und vor Audits geschützt zu sein. Mietmodelle breiten sich vor allem aus zwei Gründen rasant aus: Die großen Hersteller wenden sich zunehmend von der herkömmlichen Kauflizenz ab. Zum anderen setzen viele Start-up-Unternehmen für ihre Produkte von Anfang an ausschließlich auf Abo-Modelle.

Viele Lizenzprogramme sind schon ausgereift und die Anwenderakzeptanz nimmt zu. Nicht überraschend, denn die Entwicklung hat Vorteile für beide Seiten. Anhand der Verträge weiß der Hersteller genau, wann er wieviel Geld bekommt. Zudem kann er durch internetbasierte Mechanismen überprüfen, ob die Lizenzen noch gültig sind und so Unterlizenzierungen der Kunden erschweren. Die Anwenderunternehmen hingegen zahlen regelmäßig kleinere Beträge und müssen nicht mehr so hohe Einmalinvestitionen zu Lizenzbeginn tätigen. Die größte Veränderung betrifft das Nutzungsrecht: Bei einer Kauflizenz darf die Anwendung in der erworbenen Version oder Edition zeitlich unbegrenzt verwendet werden. Die einzige Herausforderung besteht darin, die Lizenzbestimmungen, die sich von Anwendung zu Anwendung unterscheiden können, zu kennen – eine typische Aufgabe des Lizenz-Managements. Im Gegensatz dazu endet bei einer Miet- oder Abonnementlizenz das Nutzungsrecht, sobald das Vertragsverhältnis ausläuft. Häufig prüft eine Online-Abfrage regelmäßig die Gültigkeit der Lizenzen. Sobald die Hersteller-Datenbank das Miet-ende mitteilt, stellt die Software ihren Betrieb ein und sämtliche Funktionalität lässt sich nicht mehr nutzen.