Sie sind hier: HomeTelekommunikation

Unified-Communications & Collaboration: Der Teufel steckt auch bei WebRTC im Detail

Wer erfolgreich Videokommunikation auf Basis von WebRTC implementieren will, muss wissen, wie NAT, STUN und TURN funktionieren. Es gilt zahlreiche technische Rahmenbedingungen zu beachten. Eine Analyse.

Bildquelle: © ThorstenSchmitt - fotolia

Seit jeher leben Unternehmen von einem sicheren und reibungslosen Daten- und Informationsaustausch mit Partnern, Lieferanten und Kunden. Die richtige Information zum richtigen Zeitpunkt kann den entscheidenden Unterschied machen, um beispielsweise einen Kunden für sich zu gewinnen.

Die Möglichkeiten, wie dieser Austausch gestaltet werden kann, werden vielfältiger: Die gängigen Medien E-Mail und Telefon werden bereits heute um Textchats, künftig auch Audio-Chats und Audio/Video-Chats ergänzt. Filetransfer und Desktop-Sharing gewinnen weiter an Bedeutung. Die neuen Technologien bieten also den Mitarbeitern immer mehr Möglichkeiten, um mit Geschäftskontakten zu kommunizieren und Informationen auszutauschen.

Es gilt nun, die geeignete Wahl der Mittel für sein eigenes Unternehmen zu treffen. Gerade kleine und mittelständische Unternehmen mit knappen Budgets und limitierten personellen Ressourcen suchen nach einer zukunftsfähigen Lösung, die praxistauglich, sicher und einfach zu im-plementieren ist. Darüber hinaus muss sie einen deutlichen Mehrwert für die Kommunikation bieten. Welche Lösung kann das? WebRTC – der kommende Standard für hürdenlose Echtzeitkommunikation gilt als Thema der Stunde.

WebRTC-basierte Kommunikation

Die WebRTC-Technologiebausteine ermöglichen unter anderem Echtzeitkommunikation über den Browser und eine direkte Verbindung von einem Teilnehmer zum anderen. Damit lassen sich ad hoc und unkompliziert zum Beispiel Audio/Video-Chats ausführen. Warum brauchen Unternehmen das? Weil der anspruchsvolle Kunde von heute die Erwartung hat, möglichst sofort und hürdenlos mit dem Unternehmen in Kontakt zu treten. Auch kleine und mittelständische Unternehmen tun folglich gut daran, diesen Anspruch zu erfüllen.

Doch der notwendige Datenaustausch für eine direkte Verbindung zwischen den Teilnehmern ist nicht immer so einfach realisierbar, vor allem dann, wenn er über die Grenzen des eigenen LANs hinausgeht oder beispielsweise ein Teilnehmer über ein mobiles Endgerät involviert ist. Damit Unternehmen die hohe Erreichbarkeit gewährleisten können, welche sie sich von einer WebRTC-basierten Kommunikations-lösung versprechen, werden spezielle Konzepte und Komponenten nötig, um einen reibungslosen Datenaustausch bei hohen Sicherheitsstandards zu ermöglichen. Diese beinhalten eine nicht zu unterschätzende Komplexität.

Die erste Herausforderung: Signalisierung

Um eine direkte Verbindung zweier Teilnehmer herzustellen benötigt WebRTC einen Server, um zuerst einmal Daten auszutauschen, welche die Kommunikation koordinieren und die Verbindung „aufbauen“. Diesen Prozess bezeichnet man als Signalisierung. Hier werden Angaben wie zum Beispiel zu den ausgehandelten Codecs und verwendeten Protokollen gemacht, die eine direkte Verbindung zwischen den Teilnehmern herstellen. Die Signalisierung ist nicht Teil des WebRTC-Standards, sondern Ermessen des jeweiligen Service- oder Applikationsanbieters. So soll eine maximale Kompatibilität der WebRTC-Anwendungen gewährleistet werden. Populäre Signalisierungsprotokolle die hierfür geeignet sind, sind unter anderem XMPP (Extensible Messaging and Presence Protocol) und SIP (Session Initiation Protocol).