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Smart-Home: ULE-Standard im Aufwind

Der Standard „Ultra Low Energy“, kurz ULE, liefert für eine Vielzahl an Herstellern die Basis für interoperable Produkte und Lösungen für das Smart-Home. Mit einer Reihe von Maßnahmen wie dem Start des ULE-Zertifizierungsprogramms hat die ULE Alliance die Voraussetzungen für Anbieter und Anwender geschaffen. Darüber hinaus stellte die Non-Profit-Organisation ULE erstmals auf dem US-Markt vor.

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"Durch das ULE-Zertifizierungsprogramm lässt  sich die Interoperabilität von Lösungen verschiedener Hersteller gewährleisten", so René Kohlmann, Vorsitzender der ULE Alliance. Bildquelle: © ULE Alliance

"Durch das ULE-Zertifizierungsprogramm lässt sich die Interoperabilität von Lösungen verschiedener Hersteller gewährleisten", so René Kohlmann, Vorsitzender der ULE Alliance.

Mit der Vorstellung der energiesparenden und sicheren Funktechnologie für Smart-Home-Applikationen sorgte die ULE Alliance für großes Aufsehen auf der CES. Gemeinsam mit den Partnern Gigaset, Panasonic, Vtech, Crow, Arcadyan, Lantiq, Dialog Semiconductor und der DSP Group wurden auf der Messe interoperablen Lösungen mitsamt ihren Vorteilen im Live-Einsatz demonstriert. „Vor allem die Vertreter der amerikanischen Unternehmen waren begeistert, da ULE in Amerika noch nicht den Bekanntheitsgrad hat wie in Europa“, berichtet Ulrich Grote, stellvertretender Vorsitzender der ULE Alliance. Lange warten müssen die Verbraucher in den USA auf ULE allerdings nicht. Panasonic hat sein erstes ULE-basiertes Smart-Home-Set sogar bereits in den USA auf den Markt gebracht. Vtech hat ein entsprechendes Set für das Frühjahr angekündigt.

Zertifizierung garantiert Kompatibilität von Produkten

Um Betreibern, Einzelhändlern und Endkunden mehr Sicherheit und eine bessere Übersicht zu geben, hat die ULE Alliance kürzlich ein ULE-Zertifizierungsprogramm gestartet. Sind die notwendigen Voraussetzungen erfüllt, kann anhand des Logos leicht erkannt werden, dass die gekennzeichneten Produkte mit einer ganzen Reihe von Standards konform sind. „So wird beispielsweise die Interoperabilität von Geräten verschiedener Hersteller gewährleistet, ein hoher Qualitätsanspruch beim Produktbetrieb garantiert und eine einheitliche User-Experience erzielt“, sagt René Kohlmann, Vorsitzender der ULE Alliance. „Die drahtlose ULE-Technologie ermöglicht es Unternehmen, neue und wertvolle Zusatzdienste anzubieten und neue Einnahmequellen zu generieren. Wir erwarten, dass die ersten zertifizierten Produkte bereits im ersten Quartal dieses Jahres auf den Markt kommen werden“, so Kohlmann.

Mitglieder der Allianz können ihre ULE-Geräte über AT4 Wireless, ein autorisiertes Zertifizierungslabor, zertifizieren lassen. Das Zertifizierungs-Handbuch steht auf der Webseite der ULE Alliance [1] zur Verfügung.

Kostenloses Protokoll erleichtert Zertifizierung

Auf der Webseite sind darüber hinaus auch noch weitere Downloads verfügbar wie das Protokoll „HAN FUN“, das für ULE genutzt wird. Im Gegensatz zu anderen Technologien, bei denen Geld für die Nutzung des jeweiligen Protokolls bezahlt werden muss, ist die Nutzung bei ULE kostenlos. Für die Referenz-Implementierung, von der aus die Realisierung standardkonformer Produkte erfolgt, fallen ebenfalls keine Gebühren an. „Die Implementierung bildet die perfekte Basis für eine reibungslose Zertifizierung“, betont Jochen Kilian, Leiter der Technical Working Group bei der ULE Alliance.

Mitglieder der Allianz können darüber hinaus auch den Code des Han-Fun-Stack von der Webseite herunterladen. Dieser Code kann sowohl für Open-Source als auch für kommerzielle Projekte genutzt werden.

Das Software-Angebot der ULE Alliance wird künftig auch die Integration von „6LowPAN“ (IPv6 over Low power Wireless Personal Area Network) in den ULE-Standard umfassen. Dadurch kann ULE auch in größeren Internet-of-Things-Installationen wie „Thread“ integriert werden. „Ziel ist es, die Spezifikationen in 2015 fertigzustellen“, berichtet Jochen Kilian.