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M2M-Kommunikation: Zehn Gebote für Industrie 4.0 und Industrial Internet

Fortsetzung des Artikels von Teil 1.

USA versus Europa: ähnlicher als gedacht

Das dürfte auch der entscheidende Unterschied zu dem in den USA favorisierten Begriff des Industrial Internet sein. Obgleich schon bemerkenswert ist, dass das Wort Industrie überhaupt darin vorkommt und wohl nicht zufällig die erstaunliche Re-Industrialisierung jenseits des Atlantiks darin ihren Widerhall findet, bleiben die US-Amerikaner ihrer traditionellen Konsumenten-Orientierung treu. Denn das Konzept des Industrial Internet schließt von Anfang an die Geräte beim Endkunden in die Überlegungen mit ein. Schließlich produziert die US-Wirtschaft vornehmlich für den Endverbraucher und erst in zweiter Linie für Unternehmen.

Dieses unterschiedliche Kundenverständnis – hier Unternehmen, dort Endverbraucher – wird auch einen großen Einfluss auf den Erfolg von Industrie 4.0 haben, denn schließlich produzieren die Kunden der deutschen Wirtschaft zu einem Großteil für Endkonsumenten. Dies gilt sicher für die Abnehmer von Produkten aus Deutschland in den USA, in Zukunft aber verstärkt auch für China, deren Wirtschaft den Endkonsumenten zwar gerade erst entdeckt, jedoch heute schon zu einem der ganz großen Märkte für deutsche Erzeugnisse avanciert ist. Einige große Unternehmen wie Bosch haben das erkannt und engagieren sich nicht nur im Rahmen von Industrie 4.0, sondern auch von Industrial Internet.

Trotz dieses Unterschieds überwiegen in beiden Konzepten die Gemeinsamkeiten. Denn sowohl Industrie 4.0 als auch das Industrial Internet haben mit Dingen zu tun, manche meinen sogar mit allen Dingen, sowie deren Anbindung an und Verknüpfung über das Internet. Wenn Dinge miteinander und auch ohne menschliches Zutun kommunizieren können, so die Überlegung, entsteht ein intelligentes Netzwerk, das den individuellen Bedürfnissen der Menschen besser gerecht wird, bislang unzugängliche Optimierungspotenziale erschließt, die Produktivität deutlich steigert und Ressourcen spürbar schont.

Weil es letztlich bei beiden Konzepten – Industrie 4.0 und Industrial Internet – aus der Sicht der Unternehmen und ihrer Entwicklungsabteilungen um die "Dinge" geht, sind die am Anfang genannten Begriffe Internet of Things und Internet of Everything schon auf einer niedrigeren, weil der Technik näher stehenden Ebene angesiedelt. Die Ebene von IoT oder IoE bildet somit die Schnittstelle zwischen ihren wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Zielen und den Mitteln der Unternehmen, sie zu erreichen.