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M2M-Markt: IoT braucht politischen Konsens

Das im Dezember vom Bundeskabinett beschlossene IT-Sicherheitsgesetz zeigt laut Experten einmal mehr, woran es bei vielen Gesetzen und Initiativen rund ums Internet hapert: Statt die Industrie und Unternehmen mit klaren Richtlinien und Maßnahmen zu fördern, sorgt man in Berlin und Brüssel für einen Flickenteppich, der zu Verwirrungen führt, so die Kritik. Am Ende könnten wichtige Eckpfeiler der Wirtschaft wie die Industrie-4.0 darunter leiden. Dabei ruht auf ihnen eigentlich die Zukunft unseres Wohlstands.

Bildquelle: © Rainer Claus - Fotolia.com

Ohne das Internet und IT-Systeme kommt mittlerweile so gut wie kein Unternehmen mehr aus. Mit der rasant zunehmenden Vernetzung von Maschinen und dem Internet-of-Things (IoT) wächst auch die Produktivität. Bis zu 50 Milliarden Maschinen werden bis 2020 vernetzt sein. In Deutschland sollen durch die sogenannte Industrie-4.0 bis 2025 Produktivitätssteigerungen in Höhe von insgesamt rund 78 Milliarden Euro erzielt werden – und das allein mit den wichtigsten Branchen wie Maschinen- und Anlagenbau, Landwirtschaft sowie Informations- und Kommunikationstechnologie (ITK).

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat das Thema Industrie-4.0. zu einem ihrer Schwerpunkte erkoren. Andere Ministerien sind ebenfalls an einer verstärkten Vernetzung und den daraus resultierenden Effekten für Anwender und Wirtschaft interessiert. Doch ein weitblickendes und strategisches Vorgehen auf nationaler Ebene oder gar in Brüssel findet nicht statt.

Um das IoT und die Industrie-4.0 zu fördern, müssen allgemeingültige Gesetze und Fördermaßnahmen erarbeitet werden, die idealerweise europaweit gelten. „Voraussetzungen für den erfolgreichen Einsatz von Industrie-4.0 sind Standards auf der Technologie- und Anwendungsseite sowie Regeln für schnelle und schnittstellenfreie Kommunikation, Datenschutz und Datensicherheit“, so Prof. Wilhelm Bauer vom Fraunhofer IAO. Wie sich jedoch unter anderem am neuen, vom Bundeskabinett beschlossenen IT-Sicherheitsgesetz zeigt, ist trotzt gutem Willen vieles nur Stückwerk. Statt Euphorie herrscht bei den Unternehmen und Verbänden Verwirrung.