Sie sind hier: HomeTelekommunikation

Funk-Lösungen Interview: Short-Range-Funk goes Long-Range

Als Kompetenzzentrum und Entwicklungshaus für Funksysteme, Chip-Design, Antennen und EDA-Software hat sich das Unternehmen IMST am Markt etabliert. Das akkreditierte Prüfzentrum für EMV-, SAR-, Funk- und Antennenmessungen hat einen wesentlichen Beitrag zum Gesamterfolg geliefert. Welche Ziele das Unternehmen im Bereich M2M-Kommunikation verfolgt, erklärt Geschäftsführer Professor Dr. Peter Waldow im Interview.

Professor Dr. Peter Waldow, IMST-Geschäftsführer Bildquelle: © IMST

Professor Dr. Peter Waldow, IMST-Geschäftsführer

funkschau: Als Institut für Mobil- und Satellitenfunktechnik im Jahr 1992 gegründet kann das Unternehmen auf eine mehr als 20-Jährige Erfolgsgeschichte zurückblicken. Was sind die Highlights, wo steht das Unternehmen heute?

Professor Peter Waldow: Statt alleine auf spezifische Kernkompetenzen zu setzen, punktet IMST zusätzlich durch Vielfältigkeit, Flexibilität und Forschungs-Know-how. In der Physik könnte man das Modell IMST am besten mit einer Anordnung „gekoppelter Resonatoren“ vergleichen: Kundennachfrage ist die Anregung und bestimmt jeweils die resonanten Bereiche, in denen das Geschäft „brummt“. Das macht die IMST GmbH krisenfest auch in schwierigen Zeiten und sorgt für Zuverlässigkeit im Geschäftsprozess. IMST-Kunden und -Partner profitieren nachhaltig davon.

funkschau: Mit welchen Produkten und Diensten positioniert sich das IMST im Umfeld M2M-Kommunikation, Industrie 4.0 beziehungsweise Internet der Dinge?

Professor Waldow: Bezüglich der Themen M2M, IoT, industrielle Steuerung und Sensornetze konzentrieren wir uns in einer engen Kooperation mit dem Halbleiterhersteller Semtech auf Long-Range-Funklösungen, die auf der „LoRa“-Technologie basieren. Lora ist eine neue Modulationstechnik, welche mittels einer Spreiztechnologie eine erhöhte Empfindlichkeit (bis zu -137 dBm) und eine verbesserte Immunität gegen Störer ermöglicht. Sie löst den traditionellen Design-Konflikt zwischen Reichweite, Störfestigkeit und Energieverbrauch. Mit Reichweiten bis zu 15 km in ländlicher Umgebung können ganz neue Anwendungen im lizenzfreien 868-MHz-Band realisiert werden.

Das Portfolio der Wireless Solutions (www.wireless-solutions.de) innerhalb der IMST GmbH umfasst derzeit das kompakte und kostengünstige Long-Range-Funkmodul „iM880A-L“, den Lora-USB-Adapter „iU880A“ und das Konzentrator-Front-End Modul „iC880A“. Letzteres ist ein leis-tungsstarkes HF-Frontend, das gleichzeitig mehrere LoRa-Pakete von verschiedenen Endgeräten mit unterschiedlichen Spreizfaktoren auf bis zu acht Frequenzkanälen empfangen kann. Diese einzigartige Fähigkeit erlaubt die Realisierung von einfachen Sterntopologien mit großen Reichweiten ohne die Notwendigkeit komplexe Netzwerkschichten wie zum Beispiel in „ZigBee“ verwenden zu müssen. Als einfachen Einstiegspunkt zu dieser Technologie bietet das IMST das Lora-Starter Kit „SK-iM880A“ an, welches eine Vielzahl von Konfigurations- und Protokollierungsmöglichkeiten sowie einige Beispielanwen-dungen – Range-Test, Data-Link-Service, Sensor-App., et cetera – beinhaltet.

funkschau: Adressieren Sie mit dem Portfolio bestimmte Kundenzielgruppen oder Branchen und wie kann man mit dem IMST in Kontakt kommen?

Professor Waldow: Letztendlich sind mit unseren Lösungskomponenten eine Vielzahl von Anwendungen realisierbar. Da es sich aber in der Regel um Baugruppen handelt, adressieren wir speziell Endgerätehersteller beispielsweise aus den Bereichen Smart-Metering, Industrieanwendungen oder Smart-Cities, die unsere Lösungskomponenten mit unserer Unterstützung in Ihre Produkte integrieren. IMST liefert in der Regel den Kommunikationsteil einer Gesamtlösung. Als Anbieter von Komplett-M2M-Lösungen treten wir eigentlich nicht auf.

funkschau: Was sind die Alleinstellungsmerkmale mit denen Sie sich von den Mitbewerbern abheben?

Professor Waldow: Neben unserer mehr als 22-jährigen Erfahrung im Bereich der Entwicklung von drahtlosen Kommunikationssystemen, halten wir es für wichtig, unsere Kunden in allen Belangen zu unterstützen. Dies kann die Spezifikation von Systemen, die Entwicklung von digitaler und analoger Hardware inklusive Antennen, die Entwicklung von Software und die anschließende Zertifizierung umfassen. Darüber hinaus bietet IMST für ihre bereits fertigen Lösungskomponenten immer die Möglichkeit diese auf kundenspezifische Wünsche zu adaptieren und zu fertigen. Die Kombination aus kompetenter und umfassender Entwicklungsdienstleistung und fertigen Lösungskomponenten ist sicherlich ein Alleinstellungsmerkmal des IMST.    

funkschau: Abschließend, was sind die Pläne des IMST für 2015, worauf dürfen wir gespannt sein?

Professor Waldow: Mit Gründung der Lora Alliance im Januar diesen Jahres ist ein wichtiger Grundstein gelegt worden. Im Laufe des Jahres 2015 erwarten wir die ersten Feldversuche von GSM-Netzbetreibern und Anwendern, welche auf der Lora-Technology basieren. Mit unserem „iC880A“ und dem für das zweite Quartal geplanten Lora-MAC-Modem „iM881A“ haben wir uns gut positioniert und erwarten ein interessantes Jahr.