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M2M-Markt: "Im Prinzip ist heute alles machbar"

Fortsetzung des Artikels von Teil 1.

"Internet of Things" macht M2M zum Massenmarkt

Eric Schneider, 1. Vorsitzender der M2M Alliance Bildquelle: © M2M Alliance

Eric Schneider, 1. Vorsitzender der M2M Alliance

Eric Schneider, 1. Vorsitzender der M2M Alliance: "„Bin ich schon drin oder was?“ fragt sich 15 Jahre nach Boris Beckers erster Erfahrung mit dem Internet niemand mehr. Nicht zuletzt dank unseres Smartphones haben wir quasi rund um die Uhr Zugriff aufs Internet. Letztendlich hat das Smartphone und der damit verbundene Wunsch, „always online“ zu sein, auch für den M2M-Markt eine große Bedeutung. Das Internet-of-Things (IoT), das seit einiger Zeit den Massenmarkt jenseits von M2M-Industrielösungen zu erschließen hilft, lässt sich auf diesen Trend zurückführen. Mit dem IoT entwickelt sich ein Netzwerk, das schon bald eine ähnliche Bedeutung haben wird wie das Internet selbst.

M2M ist beim Endverbraucher angekommen. In der Industrie sind Produkte rund um Lager & Logistik, Flottenmanagement, Automatisierung sowie im Bereich Messen, Steuern und Regeln längst äußerst erfolgreich und im positiven Sinne Massenware. Doch auch im Smart-Home-Bereich für den ganz normalen Anwender ist M2M-Kommunikation bereits nicht mehr wegzudenken. Teilweise gibt es auch schon entsprechende Connectivity im Bereich Home-Entertainment. Beim Sport und bei anderen Freizeitaktivitäten bis hin zu Wellness steigt die Anzahl der vernetzen Produkte und Lösungen ebenfalls. Die intelligente Pulsuhr, die sich automatisch mit dem Heimnetzwerk austauscht, ist nur ein Beispiel von vielen.

Da es sich bei M2M-Kommunikation dank der Pionierarbeit in der Industrie nicht um eine neue Technologie handelt, sondern um eine prinzipiell erprobte, einfache Vernetzung mit entsprechenden Applikationen, lässt sich heutzutage nahezu alles umsetzten, was man in irgendeiner Weise miteinander vernetzten und kombinieren will. Schließlich gibt es Telematik- und Telemetrie-Lösungen seit 25 Jahren – und mit ihr eine geballte Ladung an Erfahrung. Neu ist lediglich, dass Alltagsprodukte hinzukommen.

Nichtsdestotrotz stehen wir auch heute noch vor einigen Herausforderungen, die es anzupacken gilt. Die größte Herausforderung sehe ich im Lösungsansatz. Zu oft werden die Lösungen aus technischer und nicht aus Business-Sicht getrieben. Daraus resultieren nicht selten gleich mehrere Probleme. Es besteht die Gefahr, dass der Techniker zu verliebt in das technisch Machbare ist, sodass die Lösung unnötig komplex und damit kompliziert wird. Gleichzeitig verliert man mit diesem Ansatz den Blick für den Kunden und dessen Bedürfnisse sowie Know-how. Am Ende versteht der Kunde mitunter so viel wie beim Studieren einer Betriebsanleitung auf Chinesisch. Hinzu kommt, dass das Business unterschiedliche, aber kombinierbare Lösungsansätze anbieten muss. Anbieter sollten nicht versuchen, den Endkunden auf ihrer Insel zu halten. Es müssen skalierbare und kombinierbare Lösungen mit offenen Schnittstellen angeboten werden.

Damit sich der Siegeszug des IoT und damit der Erfolg von M2M im Massenmarkt fortsetzen kann, müssen neue Produkte so konzipiert sein, dass sie keine Insellösungen darstellen und sich einfach adaptieren lassen. Offene Standards und Betriebsplattformen sind der Schlüssel zum Erfolg. Darüber hinaus kann man Anbietern nur raten, dass sie vor allem auf die Usability achten. Die Parole lautet: KISS – keep it simple and stupid. Wie beim Smartphone muss der Endkunde auch ohne Expertenwissen entweder den Mehrwert auf Anhieb erkennen oder aber Spaß mit der Anwendung haben. Dann ist man als Anbieter ganz schnell drin im Massenmarkt."