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M2M-Markt: "Im Prinzip ist heute alles machbar"

Die globale Vernetzung – von Maschinen untereinander, von Maschinen mit Menschen – dringt aus dem professionellen Anwendungsbereich immer stärker in unseren Alltag vor. M2M-Kommunikation wird zum Wegbereiter des Internet-of-Things und bereichert unser tägliches Leben. Bestandsaufnahmen von drei Brancheninsidern.

M2M Bildquelle: © Fotolia / XtravaganT
Joachim Dressler, Finanzvorstand der M2M Alliance Bildquelle: © M2M Alliance

Joachim Dressler, Finanzvorstand der M2M Alliance

Verknüpfung und Bedienung sind entscheidend für den Erfolg von M2M

Joachim Dressler, Finanzvorstand der M2M Alliance: "Mittlerweile gibt es eine Erwartungshaltung, dass Geräte sich miteinander verbinden lassen. Kunden sind es heutzutage gewohnt, über die verschiedensten Geräte und von nahezu überall auf Informationen zugreifen zu können. Nicht zuletzt deshalb erfreuen sich Mobilfunk-gebundene Lösungen einer breiten Akzeptanz. Es gibt immer weniger Berührungsängste, auch weil die Lösungen verlässlich geworden sind und zudem eine verbesserte User-Experience bieten.

M2M-Tracking-Lösungen jeglicher Art gibt es bereits in großer Stückzahl. Ob für Personen, Autos oder sonstige Dinge: Die Mengen, die hier abgesetzt werden, können sich sehen lassen. Das gilt auch für „User Based Insurance“ (UBI). Beim Endkonsumenten kommt M2M unter anderem im Bereich Fahrrad-Tracking an, auch wenn die Stückzahlen noch übersichtlich sind. In der Gesundheitspflege wird ebenfalls zunehmend auf M2M gesetzt, jedoch verhindern einzelne Regulierungen bislang einen flächendeckenden Erfolg. Im Security-Bereich tut sich ebenfalls einiges. Die jeweiligen Fortschritte sind jedoch sehr länderspezifisch. Vor allem in Russland, Südafrika und Brasilien hat man hier die Nase vorn. Die Integration in Automobile jeglicher Art wird ebenfalls viele neue Anwendungsszenarien bringen. Dazu gehört der rollende Hotspot im Auto ebenso wie mobile Anwendungen, die derzeit vor allem im Heimbereich Anwendung finden. Diese werden künftig auch im Auto bereitgestellt. Wichtig ist bei allem die leichte Verknüpfung und Bedienung.

Im Prinzip ist heute alles machbar. Die Herausforderung ist lediglich, gegebenenfalls vorhandene Komplexität geschickt zu lösen. Es gilt, die Lösungen möglichst handhabbar zu machen und darauf zu achten, dass die Kosten in einem vernünftigen Rahmen bleiben. Vom technischen Standpunkt aus gesehen geht heute nahezu alles. Teure Anschaffungen sind dabei nicht immer notwendig. So bieten beispielsweise Cloud-Diens-te die Möglichkeit, die Intelligenz der Lösung einfach zu mieten statt sie entwickeln zu müssen.

Wichtig ist vor allem, dass die richtigen Partner zusammenarbeiten. Viele Unternehmen tendieren dazu, alles selber entwickeln zu wollen. In vielen Fällen ist dies jedoch gar nicht notwendig und mitunter auch nicht sinnvoll, da bereits kostengünstige Lösungen verfügbar sind. Allerdings sind der Markt der Anbieter und die Anzahl an Möglichkeiten mittlerweile so breit, dass es schwierig sein kann, alles im Blick zu haben und die einzelnen Bausteine zusammenzufügen. M2M-Plattformen oder auch Organisationen wie die M2M Alliance entwickeln sich zu Anlaufstellen, wo man entsprechende Hilfe und Partner leicht finden kann.

Die M2M-Industrie ist auf einem guten Weg und es wurde bereits viel erreicht. Entwicklungspotenzial gibt es aber weiterhin. Die Lösungen müssen noch portabler werden und beispielsweise längere Batteriezeiten gewährleisten. Tablets mit zehn Stunden Laufzeit sind ein gutes Beispiel. Obwohl schon vieles möglich ist, müssen die Lösungen auch noch stärker auf Verknüpfbarkeit ausgerichtet werden, damit sich sowohl die Steuerung als auch die Informationsquellen verbinden lassen. Niemand möchte zwanzig Geräte mit sich herumtragen. Im Idealfall erfolgt alles über eine Einheit. Um das zu erreichen, ist allerdings eine noch stärkere Standardisierung notwendig."