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Smart-Home-Standards: Standards unter einem Dach

Häuser und Wohnungen werden durch Smart-Home-Lösungen intelligent. Doch die Wahl des Anbieters fällt schwer, denn die Anzahl der Hersteller ist groß und die unterschiedlichen Systeme lassen sich nicht kombinieren. Wo bleibt der Standard für das Smart-Home?

Bildquelle: © Qivicon

Pünktlich um 6.30 Uhr erklingt leise Musik aus den Lautsprechern, langsam leuchten die Lampen heller und die Rollläden fahren hoch. Im Bad schießt heißes Wasser in den Heizkörper und in der Küche schaltet sich die Kaffeemaschine ein. Szenen, die sich in dieser Form in Zukunft in so mancher Wohnung und manchem Haus abspielen könnten. Denn Smart-Home, das intelligent vernetzte Zuhause, ist auf dem Vormarsch.

Allein der deutsche Smart Home-Markt soll laut Angaben des Verbandes der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik (VDE) bis 2025 auf ein Volumen in Höhe von 19 Milliarden Euro anwachsen. Die Nachfrage ist vorhanden: Über drei Viertel der deutschen Internetnutzer finden Smart-Home-Technologien laut einer Umfrage des Beratungsunternehmens Fittkau & Maaß interessant. Diese Entwicklung ist auch der deutschen Wirtschaft nicht verborgen geblieben. Zahlreiche Unternehmen bringen sich in Startposition, um rechtzeitig in den aufstrebenden Markt einzusteigen. Denn Smart-Home bietet Potenzial für viele Branchen: Energie, Unterhaltungselektronik, Geräte für Haus und Garten, Informations- und Kommunikationstechnik, Sicherheit, Gesundheit und viele mehr. Das Wettrennen um die Vorherrschaft im Smart-Home hat begonnen.

Lösungen nicht kombinierbar

Das Problem: In der Angst, einen Trend zu verpassen, entwickeln viele Unternehmen proprietäre Smart-Home-Lösungen. Da sich bisher kein einheitlicher Standard etabliert hat, wird mit den unterschiedlichsten Protokollen gearbeitet, wie etwa Z-Wave, KNX, Zigbee und Homematic. Und es kommen immer mehr eigenständige Technologien hinzu. Das Ergebnis sind Lösungen, die nicht miteinander kompatibel sind. Die meisten Anbieter beschränken sich zudem auf einen Anwendungsbereich. Dann wird es schwierig: Denn kauft ein Nutzer das Smart-Home-System eines Anbieters, kann er oft nur dessen Funktionen und Lösungen nutzen, nicht jedoch die von anderen Herstellern.

Auch Apple und Google werfen sich in den Kampf um den neuen Markt, ebenfalls mit geschlossenen Systemen. Anfang des Jahres übernahm Google mit Nest Labs einen amerikanischen Hersteller von intelligenten Thermostaten und Rauchmeldern. Und kürzlich kaufte der Internetkonzern das Start-up Dropcam hinzu, das internetfähige Kameras für die Heimüberwachung anbietet. Auch Apple steht in den Startlöchern: Der Technologie-Gigant hat bereits ein Patent für eine Hausautomatisierung angemeldet.