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Roundtable Unified-Communications & Collaboration: Maßanfertigung versus Lösung von der Stange

Fortsetzung des Artikels von Teil 7.

Unify: Den "New Way to Work" leben

Volkmar Rudat, Leiter Direct-Marketing bei Unify Bildquelle: © Unify

Volkmar Rudat, Leiter Direct-Marketing bei Unify

Volkmar Rudat, Leiter Direct-Marketing bei Unify: "Die Arbeitswelt ist einem massiven Wandel unterworfen. Vertraute Eckpfeiler des Arbeitslebens wie der klassische Nine-to-Five-Job, oder der feste Schreibtisch mit Grünpflanze am immer gleichen Ort sind nur noch Optionen unter vielen, es gibt inzwischen zahlreiche Alternativen. Die Mobilität der Mitarbeiter nimmt zu, virtuelle Teams werden künftig an der Tagesordnung sein. Das bietet aber auch ungeahnte Chancen, um Beruf und Privatleben besser als bisher zu vereinbaren oder die jeweils besten Kräfte für eine Aufgabe zusammenzubringen.

Weder die Entfernung zum Firmensitz noch das verwendete Endgerät müssen heute noch ein Hindernis für konstruktive, produktive Arbeit im Team sein. Unternehmen sollten diesen „New Way to Work“ begrüßen und aktiv leben. Damit wächst nicht nur die Motivation bestehender Mitarbeiter, es ist auch leichter, begehrte Talente an sich zu binden.

Allerdings braucht es dafür die richtigen Werkzeuge. Die Konkurrenz ist groß: Mobile Endgeräte mit intuitiv bedienbaren Apps sind im Privatleben Standard. Daran haben sich die Anwender inzwischen gewöhnt, die so genannten Millennials wachsen ganz selbstverständlich damit auf. Dem darf die Unternehmens-IT in nichts nachstehen. Deshalb haben wir bei unserem Project Ansible den Fokus auch klar auf einfache, intuitive Bedienung gelegt.

Die gesamte Kommunikation, alle wichtigen Daten und Informationen für die Zusammenarbeit, kurz alles, was das Team für ein produktives Miteinander braucht, läuft auf einer Oberfläche zusammen. Und das ganz unabhängig vom verwendeten Endgerät. Die Bedienung ist intuitiv und einfach, die Oberfläche ist modern und schön gestaltet. Das ist aus meiner Sicht extrem wichtig, denn nur wenn Kommunikation Spaß macht, gelingt sie auch."

Frage 1: UC beziehungsweise UCC sind im Enterprise-Bereich, beispielsweise bei DAX-Unternehmen, bereits gelebte Praxis. Woran scheitert bisher die Umsetzung von UCC-Konzepten bei KMUs beziehungsweise im Mittelstand?

Rudat: Viele KMUs halten die Bereitstellung von UCC für komplex, teuer und überflüssig. Mit UCC aus der Cloud oder All-In-One-Lösungen wie der „OpenScape Business“ sind die heutigen Lösungen jedoch kostengünstig und leicht zu bedienen. Dazu nimmt gerade im Mittelstand die Aufgabenvielfalt und Mobilität der Mitarbeiter zu – eine ideale Ausgangslage für den Einsatz von UCC. 

Frage 2: Geschäftsführer, IT-Abteilung, Personalabteilung oder die Mitarbeiter – wer sind die Treiber für die Einführung von UCC-Arbeitsumgebungen in den Unternehmen?

Rudat: Idealerweise ist es die Führungsebene. UCC ist nicht nur eine Frage der Technologie. Es ist immer auch eine strategische Entscheidung, die viele Prozesse im Unternehmen und das Verhalten der Mitarbeiter beeinflusst. Sie muss vor allem einen Nutzen für die Fachabteilungen stiften und dabei die Mitarbeiter durch eine attraktive Arbeitsumgebung begeistern.

Frage 3: Wie viel beziehungsweise was hat UCC mit Unternehmenskultur zu tun und welche Konsequenzen ergeben sich daraus für den Erfolg von UCC-Projekten? Wo lauern organisatorische Probleme?

Rudat: UCC und Unternehmenskultur sind eng verzahnt. Idealerweise unterstützt UCC eine neue Art des Arbeitens, die dem Einzelnen erhebliche Freiräume und der Organisation eine neue Schlagkraft geben kann. Es empfiehlt sich jedoch, Mitarbeiter und Betriebsrat von Anfang an in die Ausgestaltung des Projektes und das Change-Management der Organisation einzubinden. Das kann herausfordernd sein.

Frage 4: Die Anforderungen von Unternehmen an die Kommunikation sind individuell und zum Teil branchenabhängig. Was ist beim Einsatz von UCC-Lösungen von der Stange – beispielsweise aus der Cloud – zu beachten?

Rudat: UCC-Dienste aus der öffentlichen Cloud werden grundsätzlich standardisiert erbracht. Kundenindividuelle Anpassungen und Integrationen sind dabei kaum möglich. In der Praxis werden daher bestehende Lösungen häufig zunächst durch Zusatzdienste aus der Cloud ergänzt – zum Beispiel Web-Collaboration oder Contact-Center – oder man lässt sich ein individuelles System in der Cloud bereitstellen.

Frage 5: UCC wird in der Regel in bestehende ITK-Umgebungen nachgerüstet. Ist bei der Auswahl einer Lösung der Best-of-Breed-Ansatz ratsam oder sollte man sich auf einen Hersteller konzentrieren?

Rudat: Das ist schwer pauschal zu beantworten. Fühlt sich ein Unternehmen mit dem Anbieter der bisherigen Infrastruktur wohl, spricht zunächst nichts gegen eine weitere Zusammenarbeit. Viele UCC-Lösungen lassen sich heute jedoch als Overlay über heterogene Sprach-, Video- und mobile Infrastrukturen legen und binden dabei bestehende Investitionsinseln in einem schlüssigen UCC-Gesamtkonzept zusammen.