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Roundtable Unified-Communications & Collaboration: Maßanfertigung versus Lösung von der Stange

Fortsetzung des Artikels von Teil 4.

Cisco: Silo-Architekturen für TK und IT aufbrechen

Michael Köhler, Technical Solutions Architect Collaboration bei Cisco Bildquelle: © funkschau

Michael Köhler, Technical Solutions Architect Collaboration bei Cisco

Michael Köhler, Technical Solutions Architect Collaboration bei Cisco: "Vom mittelständischen Unternehmen bis hin zum global operierenden Konzern geht es darum, Plattformen für die Zusammenarbeit in virtuellen und räumlich verteilten Teams zu schaffen. Dadurch können Mitarbeiter, unabhängig davon wo sie sich gerade befinden, in virtuellen Teams zusammenarbeiten, ohne auf das Gefühl eines persönlichen Treffens verzichten zu müssen: ob im Unternehmen am Schreibtisch, im Home-Office oder unterwegs.

Collaboration-Lösungen müssen sich je nach Unternehmensgröße flexibel an die unterschiedlichen Anforderungen im Unternehmen anpassen. Wichtiger Erfolgsfaktor ist dabei das Anwender-erlebnis und die Einfachheit der Bedingung, denn jeder, der schon einmal an einer Videokonferenz mit schlechter Bild- und Audioqualität teilgenommen hat, weiß ein professionelles Konferenzsystem zu schätzen, das so leicht zu bedienen ist wie ein Telefongespräch. Zudem spielen hochwertige, integrierte UCC-Lösungen, die durchgängig verfügbar sind, eine zunehmend wichtige Rolle.

Cisco hat die Grenzen zwischen den historisch gewachsenen Silo-Architekturen von Sprach- und Videokommunikation sowie Collaboration aufgebrochen, denn nur so kann eine einheitliche Kommunikationsarchitektur entstehen. Hierzu gehört auch eine möglichst hohe Flexibilität in der Art und Weise der Delivery-Modelle von On-Premise- über Hybrid- bis hin zu Cloud-Lösungen.

Ein wichtiges Stichwort ist in diesem Zusammenhang auch das Thema „Mobilität“, beziehungsweise die Integration von mobilen Geräten in die fest installierte Infrastruktur: Mit Hilfe der Cisco-Proximity-Funktionalität können beispielsweise mobile Endgeräte in Videokonferenzen mit einbezogen werden. Videokonferenzen werden damit so einfach in der Handhabung wie ein Telefongespräch. Cisco hat dafür die „Business Edition 6000“ und „7000“ als Einstieg in die komplette Unified-Communications Welt entwickelt. Unternehmen können damit auf sichere und zuverlässige Weise ganzheitliche Lösungen inklusive Telepresence, Unified-Communications sowie Mobility schnell und mit geringem Aufwand realisieren."

Frage 1: UC beziehungsweise UCC sind im Enterprise-Bereich, beispielsweise bei DAX-Unternehmen, bereits gelebte Praxis. Woran scheitert bisher die Umsetzung von UCC-Konzepten bei KMUs beziehungsweise im Mittelstand?

Köhler: Viele Enterprise-Unternehmen haben gezielte Strategien zur Umsetzung von UCC erstellt und stark an das Unternehmen angepasst. Vorkonfigurierte und speziell auf die Bedürfnisse des Mittelstands abgestimmte Collaboration-Lösungen wie die „Cisco Business Edition 6000“ (BE6K) unterstützen Unternehmen bei diesen Herausforderungen. Die BE6K ermöglicht eine Einführung von UCC als integrierte Lösung.

Frage 2: Geschäftsführer, IT-Abteilung, Personalabteilung oder die Mitarbeiter – wer sind die Treiber für die Einführung von UCC-Arbeitsumgebungen in den Unternehmen?

Köhler: Diese Frage ist nicht pauschal zu beantworten. Eine zeitgerechte, den Anwender in den Mittelpunkt stellende, zukunftsorientiere und Investment-geschützte UCC-Lösung stellt für jede dieser Funktionen/Gruppen in einem Unternehmen Vorteile dar und kann massiv dabei unterstützen, dass die Unternehmensziele erreicht werden. In der Praxis sehen wir Treiber für UCC-Projekte aus all diesen benannten Funktionen und Gruppen in Unternehmen.

Frage 3: Wie viel beziehungsweise was hat UCC mit Unternehmenskultur zu tun und welche Konsequenzen ergeben sich daraus für den Erfolg von UCC-Projekten? Wo lauern organisatorische Probleme?

Köhler: Kommunikation und Collaboration sind wesentliche Bestandteile einer Unternehmenskultur. Eine frühzeitige Einbindung der Mitarbeitervertretung und der unterschiedlichen Mitarbeitergruppen sind wichtig für ein erfolgreiches UCC-Projekt. Zudem sollte ein gewisses Maß an Wahlfreiheit zugestanden werden – zum Beispiel ob ein Mitarbeiter ein Tischtelefon oder eine Softwarelösung mit Headset auf dem PC verwenden möchte.

Frage 4: Die Anforderungen von Unternehmen an die Kommunikation sind individuell und zum Teil branchenabhängig. Was ist beim Einsatz von UCC-Lösungen von der Stange – beispielsweise aus der Cloud – zu beachten?

Köhler: Cisco UCC-Lösungen – ob On-Premise, aus der Cloud oder Hybrid – sind absolut zukunftsfähig, da alle Lösungen einer einheitlichen Architektur entsprechen und ineinander migriert werden können. In der heutigen Geschäftswelt müssen Business-Anwendungen unabhängig vom Standort, dem Zeitpunkt, dem Gerät und der Nutzungsart ohne Einschränkungen verfügbar sein.

Frage 5: UCC wird in der Regel in bestehende ITK-Umgebungen nachgerüstet. Ist bei der Auswahl einer Lösung der Best-of-Breed-Ansatz ratsam oder sollte man sich auf einen Hersteller konzentrieren?

Köhler: UC-Lösungen müssen über beliebige Devices und Betriebssysteme hinweg mit einer einheitlichen Oberfläche und Bedienbarkeit verlässlich, sicher und in hoher Qualität bereitgestellt werden. Nur so kann eine effektive Zusammenarbeit funktionieren. Diese Anforderungen erfüllen allerdings nicht alle Lösungen. Beispielsweise kann ein Mitarbeiter über seinen PC oder Smartphone nur selten an Video-Meetings teilnehmen.