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Roundtable Unified-Communications & Collaboration: Maßanfertigung versus Lösung von der Stange

Fortsetzung des Artikels von Teil 2.

Addix: Web-RTC wird UCC-Lösungen revolutionieren

Ingo Bordach,  Leiter Software-Entwicklung bei Addix Software Bildquelle: © funkschau

Ingo Bordach, Leiter Software-Entwicklung bei Addix Software

Ingo Bordach, Leiter Software-Entwicklung bei Addix Software: "Ein Klick auf einen Link und die Videokonferenz direkt aus dem Browser steht. Keine Hard- oder Software installieren, keine Zugänge einrichten, sondern sofort auch mit externen Teilnehmern per Video konferieren. Dabei ist es egal, was für ein Endgerät genutzt wird – PC, Tablet oder Smartphone. So sieht die Videokonferenz per Web-RTC von morgen aus.

Moderne Web-RTC-Integrationen wie die „Astimax Voice Contact Card“ (VCC) erleichtern schon heute die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen, Lieferanten, Partnern und verkürzen den Weg zwischen Kunden und Unternehmen.

Mit Astimax-VCCs können weltweit direkt aus dem Browser Gespräche mit dem Inhaber einer Astimax-VCC per Web-RTC geführt werden. Komfortabel ist die Astimax-VCC insbesondere, wenn sie in Webpräsenzen von Unternehmen oder E-Mail-Signaturen integriert wird. Mit einem Klick wird aus der Unternehmenswebsite der Sprachkontakt zum Unternehmen hergestellt. So lassen sich beispielsweise durch Vermeidung von Medienbrüchen bei der Kontaktaufnahme zum Unternehmen in Online-Shops Conversion-Rates erhöhen.

Die Konferenzräume der Astimax-IP-Systeme sind ebenfalls per Web-RTC erreichbar. Dort können Teilnehmer miteinander sprechen, unabhängig davon welches Kommunikationsmittel und welchen Weg der Kommunikation sie gewählt haben. So diskutieren in Astimax-Konferenzräumen Teilnehmer, die per Web-RTC in Konferenzräumen sind, mit Teilnehmern, die sich per GSM, SIP oder ISDN beteiligen. Web-RTC wird in Zukunft die Usability deutlich verbessern und damit die Bereitschaft zum Einsatz und Nutzung von UCC-Lösungen bei Anwendern weiter erhöhen. Web-RTC ist daher eine der Schlüsseltechnologien deren Integration in die Astimax-Systeme zukünftig noch weiter ausgebaut wird."

Frage 1: UC beziehungsweise UCC sind im Enterprise-Bereich, beispielsweise bei DAX-Unternehmen, bereits gelebte Praxis. Woran scheitert bisher die Umsetzung von UCC-Konzepten bei KMUs beziehungsweise im Mittelstand?

Bordach: Es scheitert an der Unternehmenskultur und oft an der ausschließlichen Konzentration auf die Kernkompetenzen des Unternehmens. Meist sind UC(C)-Konzepte komplex und für preissensible Entscheider in der Anschaffung zu kostenintensiv. Es gibt jedoch innovationsfreudige Spezialisten in KMU, die erfolgreich UCC-Konzepte implementieren und deren Effizienz für das jeweilige Unternehmen darstellen können.

Frage 2: Geschäftsführer, IT-Abteilung, Personalabteilung oder die Mitarbeiter – wer sind die Treiber für die Einführung von UCC-Arbeitsumgebungen in den Unternehmen?

Bordach: Dies lässt sich nicht pauschalisieren. Vielmehr ist die Einführung von UCC sehr personenabhängig. Meist sind die Treiber in der IT-Abteilung, aber gerade in KMU haben wir die Erfahrung gemacht, dass erfolgreiche Einführungen oft von der Geschäftsführung initiiert sind. Kommt die Initiative aus der Leitung, sind Budgetfragen meist nachrangiger als bei einer Initiative aus der Basis heraus.

Frage 3: Wie viel beziehungsweise was hat UCC mit Unternehmenskultur zu tun und welche Konsequenzen ergeben sich daraus für den Erfolg von UCC-Projekten? Wo lauern organisatorische Probleme?

Bordach: Effizienz und Flexibilität des Unternehmens müssen ebenso in den Vordergrund gestellt werden wie die Bindung von Fachkräften an das Unternehmen in Zeiten von Fachkräftemangel. Nur wenn eine Abkehr von der Denkweise erfolgt, dass ein Mitarbeiter nur am Arbeitsplatz im Unternehmen arbeitet, kann ein solches Projekt erfolgreich sein. Die Probleme lauern weniger in der Organisation als in den Köpfen.

Frage 4: Die Anforderungen von Unternehmen an die Kommunikation sind individuell und zum Teil branchenabhängig. Was ist beim Einsatz von UCC-Lösungen von der Stange – beispielsweise aus der Cloud – zu beachten?

Bordach: Das „A und O“ sind Schnittstellen zu den bestehenden und notwendigen Systemen. Eine UCC-Lösung, die langfristig nicht die Einbeziehung aller relevanten Systeme ermöglicht, ist nicht zukunftsweisend. Es sollten alle unternehmensrelevanten Prozesse in der UCC-Lösung abbildbar sein. Ziel ist es für das Unternehmen einen Mehrwert zu schaffen und keine (weitere) Insellösung.

Frage 5: UCC wird in der Regel in bestehende ITK-Umgebungen nachgerüstet. Ist bei der Auswahl einer Lösung der Best-of-Breed-Ansatz ratsam oder sollte man sich auf einen Hersteller konzentrieren?

Bordach: Aus unserer Erfahrung realisieren Unternehmen erst mit der Zeit welche Vorteile ihnen UCC bietet. Der „Appetit“ kommt sprichwörtlich mit dem Essen und da ist es sinnvoll sich nicht am Anfang auf ein „ganzes Menü“ festlegen zu müssen, sondern vielmehr nach und nach den aufkommenden „Hunger“ bedarfsgerecht zu stillen.