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Bring-Your-Own-Device: Roundtable: Mobile-Device-Management

Fortsetzung des Artikels von Teil 19.

Matrix42

Frage 1: Wie realisieren Sie Mobile-Device-Management bei Ihren Kunden?

Oliver Bendig, VP Product Management, Matrix42: Matrix42 bietet die Möglichkeit, MDM beim Kunden als Vor-Ort-Installation durchzuführen oder als Cloud-Service über ein deutsches Rechenzentrum. Matrix42 sieht hierbei MDM nur als ein Feature einer größeren IT-Arbeitsplatzsmanagement-Strategie. Neben dem Management der mobilen Geräte wird sowohl das sichere Bereitstellen von Daten und Applikationen als auch das Verwalten von Lizenzen und Kosten mobiler Geräte berücksichtigt.

Frage 2: Eine Studie hat ergeben, dass sich mittelständische Unternehmen in Deutschland nicht von den „Hypes der IT-Welt“ wie BYOD beeindrucken lassen und eher noch abwarten. Woran könnte das
liegen? Ist BYOD beim Mittelstand einfach noch nicht angekommen?

Bendig: BYOD als offizielles Programm ist vor allem in Deutschland nur schwierig umsetzbar. Dies hat jedoch weniger technische, sondern viel mehr rechtliche/steuerrechtliche, Gründe. Nur wenige Mittelständler möchten sich die organisatorische Komplexität eines BYOD-Programms ins Haus holen und schwenken so nach der Analyse von BYOD in ein Choose-Your-Own-Device-Programm, bei dem der Arbeitgeber das Gerät gemäß Präferenz des Anwenders bereitstellt.

Frage 3: Bring-Your-Own-Device (BYOD) oder lieber Private-Use-Of-Company-Equipment (PUOCE)? Welchen Ansatz empfehlen Sie Ihren Kunden und warum?

Bendig: Wir empfehlen das Management von Mobile-Geräten so geräteunabhängig wie möglich zu gestalten, so dass die Geräteeigentümerschaft aus technischer Sicht irrelevant wird. Der Fokus sollte auf dem Management der Apps und Daten liegen; nicht auf dem Gerät selbst. Egal ob BYOD oder COPE – es muss akzeptiert werden, dass sich persönliche Daten und Apps auf dem Gerät befinden. Dies muss eine Mobile-Management-Lösung berücksichtigen.

Frage 4: Wo sehen Sie die größten Stolpersteine in Unternehmen, wenn es um die Einführung eines einheitlichen Mobile-Device-Managements geht?

Bendig: Momentan wird von vielen Unternehmen MDM als Silo betrachtet, ohne die Auswirkungen und Berührungspunkte mit den Support-Prozessen und Tools wie ITSM und Client-Management für PCs/ Laptops zu berücksichtigen. Die meisten Projekte scheitern häufig daran, dass der Kunde kein „Zielfoto“ für seine Mobility-Management-Lösung definiert hat und MDM als ein Tool betrachtet das einfach eingesetzt werden soll.

Frage 5: Stichwort Datenschutz: Wie geht man als Unternehmen, das sich mit der Einführung einer MDM-Lösung beschäftigt, mit dem Sicherheitsaspekt „Patriot Act“ um? Oder anders gefragt: Kann eine sichere MDM-Lösung nur aus Europa kommen?

Bendig: Eine sichere MDM-Lösung hinsichtlich des Funktionsumfangs beziehungsweise Features kann sicherlich auch aus den USA bereitgestellt werden. Kunden, die jedoch einen Zugriff auf Daten und Konfiguration durch die US-Regierung verhindern wollen, sollten Wert auf die Bereitstellung des Cloud-Service aus Deutschland oder dem EU-Ausland legen.