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Interview mit Antennentechnik-Experte Kathrein: Komplexität beherrschen

Laut einer Studie des Marktforschungsinstituts ABI Research wird sich das monatliche Datenvolumen pro Nutzer bis 2019 etwa verfünffachen. Verantwortlich dafür ist unter anderem der mobile Konsum von visuellen Inhalten. Diese Datenraten lassen sich nur mit zusätzlichen oder höheren Frequenzbändern drahtlos übertragen. Antennen kommen an der Luftschnittstelle besondere Bedeutung zu. Ein Interview mit Kathrein.

funkschau: Reichen die vorhandenen Wireless-Infrastrukturen für das erwartete mobile Datenaufkommen durch Industrie-4.0-, Car-to-X- und weitere Anwendungen im Business- sowie Consumer-Bereich aus? Welche Entwicklungen erwarten sie?

Anton Kathrein, CEO der Kathrein Gruppe Bildquelle: © Kathrein

Anton Kathrein, CEO der Kathrein Gruppe

Anton Kathrein: Die vorhandenen Wireless-Infrastrukturen reichen bei weitem nicht und müssen massiv ausgebaut werden. Zum einen geht es darum, flächendeckend hohe Bandbreiten zur Verfügung zu stellen, zum anderen haben unterschiedliche Anwendungen besondere Anforderungen an die Übertragung, die über die reine Bandbreite hinausgehen. Stichworte sind hier zum Beispiel extrem kurze Latenzzeiten oder sehr robuste, sichere Verbindungen für Car-to-X oder industrielle Umgebungen. Außerdem benötigen wir schnelle Glasfaser-Autobahnen. Hier haben die führenden Industrienationen bisher deutlich mehr investiert als Deutschland.

funkschau: Welche Herausforderungen stellen sich für einen Antennenspezialisten wie Kathrein durch die Vielzahl der Einsatzbereiche beziehungsweise Märkte?
Kathrein: Die Beherrschung der Komplexität. Der Bauraum der Antennen sollte aus diversen Faktoren nicht vergrößert werden, gleichzeitig werden immer mehr neue Frequenzbänder gefordert. Das hat dazu geführt, dass wir in den letzten Jahren die Integrationsdichte in den Antennen verdoppelt haben. In den nächsten fünf Jahren sollten wir die Integrationsdichte nochmals erheblich steigern.