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Mobilfunk: 30 Jahre Mobilfunk in Deutschland

Als Motorola 1983 mit dem "DynaTAC 8000X" das erste kommerzielle Mobiltelefon auf den Markt brachte, ließen auch die positivsten Prognosen nicht erahnen, welche Erfolgsgeschichte dem Mobilfunk bevorstand. Heute gestaltet sich die mobile Kommunikation über Sprache, SMS, Apps und Internet so facettenreich wie nie und ist längst zu einem festen Bestandteil unseres Lebens geworden. Grund genug für einen Rückblick auf 30 Jahre Mobilfunk in Deutschland.

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Das Mobiltelefon feiert in diesem Jahr 30-jähriges Jubiläum. Am 21. September 1983 erhielt das erste Handy, das Motorola Dynatac 8000 (sehen Sie hierzu auch die Bildergalerie mit den Modellen von damals und heute), seine Zulassung von der US-Aufsichtsbehörde FCC.

Mobil über Bilder, Sprache und Texte miteinander zu kommunizieren, neueste Informationen aus Datenbanken abzurufen und sich mit Musik, Videos, Spielen und Filmen unterhalten zu lassen, ist so sehr Teil unseres Lebens geworden, dass inzwischen ein Funkloch, ein Ausfall des Netzes oder der Zusammenbruch einer wichtigen Serverfarm als Katastrophe betrachtet wird. Für die nach 1990 Geborenen ist es unvorstellbar, dass noch vor 30 Jahren nur einige Wenige das Privileg genießen durften, mobil zu telefonieren. Aufgrund der anfänglichen Gerätepreise und Gebühren waren es zum Großteil Vertreter aus Politik und Wirtschaft, die den analogen Mobilfunk nutzten. Der damalige Stand der Technologie diktierte die Rahmenbedingungen: Schon aufgrund von Größe und Gewicht der ersten Endgeräte war die Nutzung lange nur in Zusammenhang mit einem Automobil möglich. Im Idealfall wurde das Auto während eines Gesprächs möglichst wenig bewegt, denn eine Standortveränderung beziehungsweise das Verlassen eines Funkstationen-Bereichs konnte im A- und B-Netz prompt den Abbruch der Verbindung herbeiführen. Neben der eingeschränkten Praxistauglichkeit konnte auch die Gesprächsqualität noch nicht vollends überzeugen. Die analoge Mobilfunk-Technologie beruhte auf einer simplen Frequenzmodulation, vergleichbar mit der des UKW-Radios. Dementsprechend war nicht nur die Qualität der Telefonie beschränkt, sondern jeder der es wollte, konnte Gespräche mit einfachsten Mitteln abhören.Komfort und Praxistauglichkeit der analogen Mobilfunkära bewegten sich lange Zeit auf einem bescheidenen Niveau. Einschlägige Verbesserungen wurden erst mit der Entwicklung neuer Endgeräte sowie der Einführung des C-Netzes erreicht. So war das Dynatec 8000X im Jahre 1983 das erste Mobiltelefon für den Massenmarkt, das diese Bezeichnung nicht durch technologisches Equipment in Kofferformat ad absurdum führte, während das C-Netz 1985 als letzte Ausbau- und Entwicklungsstufe des analogen Netzes viele wichtige Innovationen mit sich brachte: Die Kapazität wurde von 27.000 Teilnehmern (B-Netz) auf 850.000 gesteigert und ein Gesprächs-Handover ermöglichte den abbruchfreien Wechsel des Funkstationen-Bereichs. Alle Mobilfunkteilnehmer erhielten zudem die gleiche Vorwahl (0161), so dass ein Anrufer für die Anwahl des Teilnehmers nun nicht mehr genau wissen musste, in welchem Funkstationen-Bereich dieser sich gerade aufhielt. Mit der Telekarte wurde überdies erstmals die flexible Trennung von Teilnehmer-Identität und Endgerät erzielt – der Vorgänger der SIM-Karte war geboren.

Trotz der vielen Verbesserungen und Innovationen, die mit dem C-Netz Einzug hielten, war die Stunde des analogen Mobilfunks aufgrund Kapazitäts- und Qualitätslimitierungen letzten Endes gezählt. Die Forschung befasste sich schon länger intensiv mit der Entwicklung besserer Mobilfunk-Konzepte. Letztlich triumphierte die Idee, analoge Signale (zum Beispiel Sprache) in digitale Signale umzuwandeln und erst danach einem Trägersignal aufzuprägen (zu modulieren). Auf dieser Grundlage wurde 1987 der digitale Mobilfunkstandard GSM [1](Global System for Mobile Communications) verabschiedet, der später die technologische Grundlage der D- und E-Netze bilden sollte. Die Digitalisierung der Daten ermöglicht eine Kanal- und Fehlerkorrektur, so dass auch bei schlechtesten Bedingungen des Funkkanals immer noch eine relativ hohe Qualität der Übertragung möglich ist. Gleichzeitig lassen sich digitale Daten verschlüsseln, sodass auch die Gefahr, abgehört zu werden, erheblich reduziert wird. Die wichtigste Errungenschaft ist allerdings die Möglichkeit, aus den digitalen Daten Redundanz (das mehrfache Vorhandensein derselben Information) zu entfernen. So wurde Bandbreite frei, in der sich neben Sprache auch Kurznachrichten und andere Informationen übertragen ließen.