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Mobilfunk-Messtechnik: GSM - Die Geburt eines Weltstandards

Als 1992 die ersten Mobiltelefone mit GSM-Standard auf den Markt kamen, konnte sich noch niemand vorstellen, dass Mobiltelefone einmal so selbstverständlich sein würden wie das Auto. 20 Jahre später nutzen diese Technik bereits 3,4 Milliarden Menschen in über 219 Ländern der Erde.

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Ohne GSM gäbe es keine Datenfunknetze wie LTE. An dieser Erfolgsgeschichte ist auch die Firma Rohde & Schwarz wesentlich beteiligt. Mit ihren Systemsimulatoren wurden die Mobilgeräte auf Einhaltung des Standards getestet.

Analoge Mobilfunknetze gab es in Europa schon seit den 50er-Jahren. Da jedes Land seinen eigenen Standard entwik-kelt hatte, konnten (und durften) die Geräte ausschließlich im jeweiligen Hoheitsgebiet betrieben werden. In Westdeutschland existierte das
C-Netz (Funktelefonnetz-C), ein analoges, zellulares Mobilfunknetz der deutschen "DeTeMobil" (früher Deutsche Bundespost Telekom). Es bildete die dritte und gleichzeitig auch letzte analoge Generation des Mobilfunks und wurde als System in Deutschland, Portugal und Südafrika eingesetzt. Andere europäische Länder betrieben eigenständige Netztechnologien, die untereinander nicht kompatibel waren, darunter:

  • NMT (Nordic Mobile Telephone) in Skandinavien und den Benelux-Ländern
  • TACS (Total Access Communication System) in Großbritannien
  • Radiocom 2000 in Frankreich
  • AMPS in den USA

Der GSM-Standard wurde mit dem Ziel geschaffen, mit der Einführung eines einheitlichen Standards diesen analogen Wildwuchs abzulösen. Außerdem sollte das GSM-Netz vollständig kompatibel zu herkömmlichen Telefonnetzen und ISDN sein.

Vereintes Europa: Das gemeinsame Mobilfunknetz
Ein Konsortium mehrerer europäischer Postverwaltungen und Netzbetreiber traf 1982 eine Entscheidung, die für die Welt eine besondere Bedeutung bekommen sollte: Auf der Europäischen Konferenz der Verwaltungen für Post und Telekommunikation (CEPT) wurde die Groupe Spécial Mobile (GSM) gegründet. An der Gruppe waren 26 europäische Telekommunikationsunternehmen beteiligt. Sie beschlossen 1987 die Einführung eines europaweiten, digitalen Mobilfunktelefonnetzes. 1989 kam wieder Dynamik in die Angelegenheit, als die Groupe Spécial Mobile als Technical Committee in das Europäische Institut für Telekommunikationsnormen (ETSI) aufgenommen wurde. Das ETSI war ein Jahr zuvor von der CEPT gegründet worden. Dort arbeiteten Netzbetreiber, Hersteller und Regulierer aus ganz Europa an einem Tisch.

Dann sollte alles sehr schnell gehen. Im gleichen Jahr erhielten die Deutsche Bundespost und Mannesmann die Lizenz, je ein Netz auf GSM-Basis aufzubauen. Schon ein Jahr später wurden die Spezifikationen der Phase 1 des GSM-900-Standards festgelegt und konnten für die Entwicklung von Mobiltelefonen und der neuartigen Netztechnik verwendet werden. Doch was in der Theorie so einfach klingt, stellte sich in der Umsetzung wesentlich komplexer dar.