Intelligent und effektiv kommunizieren

Teil 2: Unified Communications als Lösung/Marktsituation

Dank Unified Communications sind Mitarbeiter auch unterwegs über ihre Büronummer erreichbar. Außerdem stehen auf dem Mobiltelefon dieselben TK-Funktionen zur Verfügung wie am Arbeitsplatz.

Die Lösung: Unified Communications

Der moderne Arbeitsplatz ist eine Ansammlung unterschiedlichster Endgeräte mit verschiedenen Funktionen, die nicht miteinander korrespondieren. Dies bestätigt auch eine Studie von E-Commerce-Center-Handel in Zusammenarbeit mit Cisco: Rund 80 Prozent gaben an, dass sie mehrere Endgeräte im TK-Umfeld benutzen. Etwa drei Viertel berichteten außerdem, dass es zunehmend schwieriger wird, auf Anhieb den richtigen Gesprächspartner zu bekommen. Aus diesem Grund ist eine intelligente Zusammenführung der Kommunikationskanäle gefragt. So sehen 79,2 Prozent diese Integration der Kommunikationskanäle als sinnvoll oder sehr sinnvoll. Darüber hinaus betrachten kleine und mittlere Unternehmen auch weitere Funktionen als wichtig, etwa das One-Number-Konzept, Präsenzanzeige oder die Zusammenarbeit mit Microsoft Office. Das One-Number-Konzept bedeutet, dass der Mitarbeiter unter einer einheitlichen Telefonnummer erreichbar ist, gleich welches Endgerät er gerade benutzt oder wo er sich befindet. Mithilfe von Präsenzinformationen erkennt der Mitarbeiter auf einen Blick, ob und wie der gewünschte Gesprächspartner erreichbar ist. So erspart er sich unnötige Anrufversuche. Ist der Kollege gerade am Telefon, kann man ihm zum Beispiel eine Instant Message schicken, um schnell eine wichtige Information zu erhalten. Dies spart Zeit und erleichtert die Zusammenarbeit.

Die Studie von ECC Handel und Cisco zeigt, dass die Mehrheit der befragten Unternehmen das Potenzial von UC hoch einschätzen. Die größten Chancen werden einer Verbesserung der Teamarbeit eingeräumt. Eine leichtere Erreichbarkeit von Mitarbeitern und eine verbesserte Kommunikation mit Kunden, Lieferanten und Partnern stehen an zweiter und dritter Stelle. Aber auch das Kostensenkungspotenzial von UC wird hoch eingeschätzt.

Trotz dieser positiven Sicht auf UC warten viele Unternehmen noch mit der Einführung. Dabei spielt vor allem die Angst vor neuen Sicherheitsrisiken und die dadurch verursachten Probleme eine wichtige Rolle. Diese Angst ist jedoch nur teilweise begründet. Markus Nispel, Director Solution Architecture bei Enterasys, dazu: „Sicherheit für UC-Infrastrukturen ist wie die Sicherheit im Allgemeinen ein mehrstufiges Konzept, das alle Komponenten umfassen muss. Da jedoch alle Komponenten auf IP aufsetzen, werden die Überschneidungsbereiche mit den etablierten Sicherheitsmechanismen immer größer.“ Ein weiteres Hindernis ist die vorhandene technische Ausstattung. Rund die Hälfte der Betriebe ist für Unified Communications nicht gerüstet. Diese Betriebe wollen aber auch nicht wegen UC in eine neue IT-Infrastruktur investieren. Dies wird sich möglicherweise erst dann ändern, wenn sie wirtschaftlich dazu „gezwungen“ werden. Die anderen 50 Prozent der kleinen Unternehmen erwarten kostengünstige Lösungen, die auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten sind.

Marktsituation im Bereich UC

Der Markt für Unified-Communications-Produkte ist eher unübersichtlich. Infolge des Zusammenwachsens der klassischen TK-Branche mit der IT-Welt, drängen eine Vielzahl von Unternehmen unterschiedlichster Größe und Ausrichtung auf den Markt. Daher entstand in den letzten Jahren ein stark fragmentierter Markt – allein im Teilbereich Unified Messaging bedienen mehr als zwei Dutzend Anbieter den deutschsprachigen Raum.

Eine Untersuchung von Comconsult zur Marktpositionierung von Cycos MRS kommt zum Ergebnis, dass sich die Hersteller zum Teil erheblich in dem von ihnen angebotenen Funktionsumfang unterscheiden. So bieten etwa Alcatel-Lucent und Cisco ein komplettes Lösungsspektrum im Bereich UC (Tabelle 1). Die weniger bekannten Softwarehäuser decken in der Regel nur Teilbereiche von Unified Communications ab. Insbesondere die großen TK-Hersteller bieten hingegen ein sehr umfassendes Portfolio. Solche Lösungen sind zumeist funktional gut integriert und wirken auch auf die Benutzer wie aus einem Guss, da die Bedienoberflächen einheitlichen Designvorgaben folgen. Christoph Lösch, Geschäftsführer bei Estos, hält dagegen: „In wirtschaftlich schwierigen Zeiten sollten sich Unternehmen auf nutzenstiftende Kernfunktionalitäten konzentrieren: Computer Telefonie Integration, Präsenz-Management und Instant Messaging zählen zu den Leistungsmerkmalen, die sofort eine Optimierung der Geschäftsprozesse herbeiführen.“

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