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Datacenter: Studie von Broadgroup: Der Markt für Rechenzentren in Europa

Das Beratungsunternehmen in der Rechenzentrumsbranche Broadgroup, Partner von eco.de, erläutert die Ergebnisse ihrer Marktstudie „Rechenzentren in Europa 2010“ mit Schwerpunkt auf Drittanbietern.

Europa benötigt immer mehr Datacenter Bildquelle: © funkschau
Europa benötigt immer mehr Datacenter

Ein Rechenzentrum ist per Definition eine physikalisch sichere Einrichtung, die über ausreichend Energie, Fläche und Auslastungskapazitäten verfügt, so dass in ihr Server untergebracht werden können. Rechenzentren gelten häufig als spezielle, fest zugeordnete, unabhängige und zweckerrichte Gebäude mit Cabinets für Serverracks und Hochsicherheitsanlagen. Derartige Einrichtungen sind sehr teuer – ungefähr 7 bis 14 Millionen Dollar kostet es, ein etwa 1.000 Quadratmeter großes Gebäude zu errichten und auszustatten – und die Eigentümer sind in der Regel sehr große Unternehmen oder Drittanbieter.

Vielfältiger Bedarfan Rechenzentren

Einen bedeutenden vertikalen Markt stellt die Kategorie „Internet-Giganten“ dar, die unter anderem Microsoft, Google, Amazon, Yahoo oder Facebook umfasst. Sehr große Rechenzentren (so genannte Mega-Rechenzentren mit einer Größe von rund 45.000 Quadratmetern) sind für diese Unternehmen aus drei Gründen geschäftskritisch: Sie unterhalten die bestehenden Geschäftsbereiche, fördern den Übergang zum Hosted-Software-Markt und dienen als Wegbereiter für Cloud-Computing-Initiativen. IT-Unternehmen sehen Cloud-Computing dabei als die nächste Welle in der IT-Nutzung: die Umsetzung einer wahrlich flexiblen IT, die „in der Cloud“ durch Mega-Rechenzentren auf der ganzen Welt getragen wird.

Der Drittanbieter-Markt lässt sich auf verschiedene Weisen segmentieren. Die einfachste Segmentierung definiert sich über die Art der Verbindung. Carrier-neutrale Betreiber bieten diverse Verbindungen an, mindestens über drei, häufig jedoch über mehr als zehn Carrier. Zu diesen Anbietern gehören Unternehmen wie Databurg oder Globalways in Deutschland. Carrier-eigene Rechenzentren befinden sich dagegen im Besitz von Unternehmen wie etwa France Telecom oder Deutsche Telekom oder werden von diesen betrieben; sie sind mit den Netzwerken dieser Carrier verbunden. Bei anbietereigenen Rechenzentren schließlich wird die Verbindung durch den Anbieter oder den Endkunden arrangiert. Der Eigentümer kann ein Unternehmen aus einer mehr oder weniger beliebigen Branche sein, von einer Objekt- oder Immobiliengesellschaft bis hin zu IT-Unternehmen wie IBM oder HP.

Bandbreite an Betriebsmodellen

Es gibt dabei eine ganze Bandbreite an Betriebsmodellen – von der Betreibergesellschaft, die einen oder zwei Kunden für ein großes Rechenzentrum mit einer durchschnittlichen Mietdauer von 15 Jahren unter Vertrag nimmt, bis hin zu kleinen Carrier-neutralen Anbietern, die individuelle Racks an zehn oder hunderte Kunden verkaufen. „Das unterstreicht, wie vielfältig die wachsende Nachfrage an Rechenzentrumsfläche und Rechenzentrumsdienstleistungen ist“, erklärt Steve Wallage, Geschäftsführer von Broadgroup Consulting und Autor des Reports. „Derzeit versuchen große Drittanbieter, die Wertschöpfungskette empor zu klettern, und bieten margenstärkere gehostete Managed- und Cloud-Services an.“