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Serverumzug: Rechenzentren physisch verlagern

Fortsetzung des Artikels von Teil 1.

Detaillierte Planung im Vorfeld

Gemeinsam planen, Kommunikation klar regeln
Wie bei jedem Umzug, ist eine gute Planung unabdingbar. Ein Wort, das dabei immer wieder fällt, ist: frühzeitig. Doch das ist relativ, denn ein Unternehmen mit mehreren hundert Arbeitsplätzen ist etwas anderes als ein Rechenzentrum mit einer überschaubaren Anzahl an Servern. Unterschätzt werden sollte weder das eine noch das andere. Schließlich kommt ein solcher Umzug sehr selten vor. Wenn es nicht Mitarbeiter gibt, die bei einem früheren Arbeitgeber so etwas schon einmal erlebt haben, sind beim umziehenden Unternehmen in der Regel keine Erfahrungswerte vorhanden. Für die Planung sollte somit ausreichend Zeit vorgesehen werden. Die zeitliche Einheit, mit der dabei zu rechnen ist, sind in jedem Fall mehrere Monate.

Zudem ist nicht zu unterschätzen, dass die IT beziehungsweise die Serverumgebung ein sehr sensibler Bereich ist. Hier lassen viele am liebsten nur die eigenen Mitarbeiter ran. Bei einem Umzug ist das jedoch nicht machbar. Im Vorfeld Vertrauen aufzubauen, ist daher eine nicht zu unterschätzende Aufgabe eines IT-Umzugsunternehmens. Feste Ansprechpartner auf Seiten des Unternehmens und des Umzugsanbieters sowie verlässliche Absprachen sind die Basis, damit die Planung und später der Umzug geordnet ablaufen können. Sind noch weitere Dienstleister involviert, wie Systemhäuser, ist auch mit diesen die
Kommunikation zu gewährleisten.
 
Dokumentation
Die Grundlage des Umzugs bildet letztlich die genaue Dokumentation des Ist- und Soll-Zustands. Es gilt also, die IT-Infrastruktur, Anwendungen, deren Schnittstellen und Abhängigkeiten zu erfassen sowie eine detaillierte Stückliste mit Modellangaben und Anzahl zu erstellen. Für Nils Pöttrich kann eine gut dokumentierte Liste sogar eine Besichtigung im Vorfeld erübrigen. „Bei der Verlagerung von Serverumgebungen oder Rechenzentren ist eine Besichtigung vorab nicht zwingend erforderlich, wenn der Kunde im Vorfeld bereits detaillierte Angaben zum Umfang und der genauen Art der Geräte machen kann“, so Pöttrich. Dazu zählen die genaue Anzahl an Geräten inklusive Angabe von Hersteller, Gerätenummer oder -typ sowie Alter beziehungsweise Anschaffungsdatum und Anschaffungskosten. Pöttrich fügt hinzu: „Genaue Stücklisten sind eine sehr gute Grundlage zur Angebotskalkulation.“

Bei einer großen Anzahl an umzuziehenden Servern „sind die Abhängigkeiten der Dienste untereinander zu dokumentieren, sodass ein großer Umzug in Teilprojekte aufgeteilt werden kann“, so Frank Keding vom Hamburger Systemhaus Keding Computer-Service. Und wie im privaten Bereich ist ein Umzug ein guter Zeitpunkt, um zu entrümpeln – das gilt auch für ein Rechenzentrum. Frank Keding empfiehlt, die nicht mehr benötigten Server oder veraltete Modelle zu identifizieren. „Das muss unbedingt vor dem Umzug geplant und bestimmt werden – und nicht währenddessen.“ Beim Umzug selber muss der Fokus ganz der Verlagerung gelten. Es sollten an diesem Termin keine weiteren Projekte eingeplant werden, wie beispielsweise ein paralleler Umbau des Zielgebäudes.