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Serverumzug: Rechenzentren physisch verlagern

Daten, Cloud, Virtualisierung: Da mag die physische Komponente von Servern etwas aus dem Blick geraten. Anzahl, Größe und Gewicht von Servern werden jedoch zu den entscheidenden Parametern, wenn der Umzug eines Rechenzentrums ansteht. Wie sieht ein solcher Umzug in digitalen Zeiten eigentlich aus?

Lkw mit Servern Bildquelle: © funkschau/cla78-123rf

Wenn große Mengen an IT-Geräten umzuziehen sind, ist das eine Mammut-Aufgabe – auch für Profis. Monatelange Planung, komplexe Vorbereitungen, viel Kommunikation und Abstimmungen, spezielles Know-how bei allen Beteiligten sowie das richtige Equipment sind dann das Gebot der Stunde. Und das alles, damit in möglichst kurzer Zeit die Verlagerung erfolgen kann: von A nach B, vom Ist- zum Soll-Zustand. Runterfahren, hochfahren und alles läuft. Läuft es so in unseren digitalen Zeiten?

Erkundigt man sich bei Logistikunternehmen, die IT-Umzüge anbieten, hat sich durch die Digitalisierung erstaunlich wenig geändert. Von einer reduzierten Anzahl der umzuziehenden Geräte kann nicht die Rede sein. So sind bei einem Unternehmensumzug immer noch viele physische Endgeräte zu verlagern. Oliver Meyer von Gottschalk Logistic Systems in Kerpen stellt jedoch fest: „Wir beobachten in der Konfiguration der IT-Systeme einen Wandel. Wo vor zehn Jahren überwiegend Tower- oder Desktop-PCs anzutreffen waren, finden wir heute oft nur noch Mini-PCs, Thin-Clients oder Notebooks vor.“ Auch Arbeitsplatzdrucker oder Scanner gäbe es kaum mehr, moderne Büros würden sich „immer mehr in Richtung Druckerinsel und multifunktionales Büro“ entwickeln. Und im Hinblick auf Server fällt Nils Pöttrich, Geschäftsführer des Berliner Logistikers DMS Schliefke, positiv auf, dass diese im Vergleich zu früheren Modellen bei den Bauformen „kompakter geworden sind. Das Handling ist damit wesentlich einfacher.“

Auch die Cloud scheint daran bislang in physischer Hinsicht noch nicht viel verändert zu haben. Mit Unternehmen, die „sämtliche Dienste, also sowohl Hard- als auch Software, von Drittanbietern aus der Cloud nutzen“, hatte Pöttrich bislang noch nicht zu tun. Eher zu beobachten sei die Zentralisierung der Server-Strukturen, bei der Unternehmen mit mehreren Standorten auf die IT am Hauptstandort zugreifen.

Zentrale oder dezentrale IT-Strukturen
In den Äußerungen von Meyer und Pöttrich klingt die grundlegende Unterscheidung an, die Logistikunternehmen beim Thema IT-Umzug machen: einerseits die dezentrale IT, also die klassische Arbeitsplatz-Ausstattung vom Rechner über die TK-Anlage bis zum Drucker. Andererseits die zentrale IT, wie im Falle des klassischen Rechenzentrums. Der Umzug von Unternehmen inklusive aller Arbeitsplatzgeräte ist dabei für die Umzugsunternehmen so etwas wie der Standardfall. Neben dem reinen Transport der IT-Systeme kann vom Umzugsunternehmen meist auch die De- und Reinstallation vorgenommen werden. Meyer dazu: „Zwar sind die Anforderungen für die fachgerechte Installation eines IT-Systems nicht mit denen eines studierten Informatikers gleichzusetzen, doch gehört gewiss ein hohes technisches Verständnis zu den Qualifikationen einer IT-Fachkraft in unserem Unternehmen.“ So müsse man beispielsweise wissen, wie ein Voice-over-IP-Arbeitsplatz zu installieren sei.

Auch „erweiterte Anforderungen unserer Kunden wie zum Beispiel eine Dokumentation von IP-Adressen aller umgesetzten IT-Systeme oder die finale Einrichtung der IP-Telefone am neuen Arbeitsplatz stellen wesentliche Anforderungen an unser IT-Personal“, so Meyer weiter. Beim Thema Rechenzentrum und Server-Verlagerung arbeiten Umzugsunternehmen jedoch oft mit Systemhäusern zusammen. Das sei auch notwendig, da die Kunden sich immer öfter eine Komplettlösung wünschten: dass also komplette Serverfarmen außer Betrieb gesetzt, heruntergefahren, demontiert, verlagert und wieder in Betrieb genommen werden müssen.