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Software Defined Mainframe: Zwei Welten vereint

Jahrzehnte lang hat er zuverlässig wichtige Anwendungen sowie Datenbanken beherbergt und hochvolumige Transaktionen gestemmt – der Mainframe. Leider stellen viele Unternehmen fest, dass ihre Mainframe-zentrierte Infrastruktur beim Thema Digitalisierung an ihre Grenzen stößt.

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Prekär sind die zunehmend hohen Kosten für den Betrieb von Mainframes. Auch Virtualisierungsprojekte werden so erheblich ausgebremst. Viele Mainframe-Nutzer suchen nach einem Weg, zumindest ihren CPU-Zuwachs zu deckeln. Ein weiteres Problem ist der Mangel an Fachkräften zu Betreuung von Mainframes – die Expertise stirbt quasi aus. Die Technologie gilt bei Nachwuchskräften als veraltet, sodass kaum Interesse an der langjährigen Ausbildung in Programmiersprachen für Mainframes besteht.

So suchen zahlreiche Unternehmen nach einer Lösung, die ihnen die gleiche Zuverlässigkeit und Perfomance eines Mainframes sichert, aber einen Ausweg aus dem Kosten- und Fachkräftedilemma bietet und den Weg für die offene Systemwelt und die Digitalisierung ebnet.

Rehosting – ein neues Zuhause für Mainframe-Anwendungen

In den letzten Jahren sind viele Rehosting-Projekte gescheitert. Unternehmen aus Branchen wie Finanz- und Versicherung, Behörden, Automobil oder Handel, die geschäftskritische Applikationen direkt auf dem Mainframe ausführen, haben häufig einen Programm-Code im hohen zweistelligen Millionenbereich auf dem System. Entsprechend aufwändig erwies sich der Umzug in eine neue Systemumgebung, denn bisher wurden traditionell vor allem zwei Ansätze für Rehosting angewendet:

Erstens: Ein komplettes Re-Engineering: dabei werden bestehende Mainframe-Anwendungen neu programmiert, um sie auf eine andere Systemumgebung übertragen zu können. Dieser Ansatz ist jedoch sehr aufwändig und riskant. Es sind Projekte mit Laufzeiten von zehn Jahren, hohen Kosten und extrem unbefriedigenden Ergebnissen als Negativ-Beispiele bekannt geworden. Dieser Ansatz eignet sich also höchstens für das Rehosting einzelner Anwendungen.

Zweitens: Das Übersetzen von Programmen in andere Programmsprachen: Auch bei diesem Ansatz ist der hohe Zeit- und Personalaufwand ein offensichtlicher Nachteil. Die Programmierer müssen außerdem die Mainframe-Sprachen Cobol oder PL/1 beherrschen sowie moderne Sprachen wie Java für die neue Umgebung. Diese Fachkräfte sind – aus genannten Gründen – nicht einfach zu finden. Hinzu kommen auch hier hohe Kosten, ein erhebliches Risiko, lange Testphasen und ein später RoI.

Der neueste Ansatz ist die 1:1-Migration auf einen Software Defined Mainframe. Dabei wird der Source Code von Mainframe-Anwendungen über einen File Transfer und mittels eines Compilers automatisch in ASCII übersetzt. Somit ist keine Emulation oder Anpassung erforderlich. Damit ist diese Methode die am wenigsten invasive der drei Ansätze. Durch den 1:1-Transfer sinkt zudem das Risiko, die Methode ist am schnellsten, mit wesentlich geringerem Aufwand und geringeren Kosten umsetzbar und ermöglicht so einen schnellen RoI.