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IT-Verfügbarkeit steigern: Tipps für das Monitoring im Datacenter

In Deutschland stehen bei einer IT-Störung die Systeme im Durchschnitt für 45 Minuten still und die Kosten für einen Ausfall liegen durchschnittlich bei rund 20,4 Millionen Euro pro Unternehmen. Software-Tools für das DCIM gehören daher zu einer wichtigen Ausstattung in jeder IT-Umgebung.

Monitoring im Datacenter Bildquelle: © Rittal

DCIM-Monitoring-Lösungen eignen sich auch für kleine und mittlere IT-Landschaften, um dort die Ausfallsicherheit zu verbessern. Eine solche Software überwacht die Serverschränke inklusive der Stromversorgung und Klimatisierung kontinuierlich auf eventuelle Probleme und informiert frühzeitig IT-Techniker oder auch die Gebäudesicherheit bei einem Einbruchsalarm.

So gelingt der Start

Wichtig ist zu Beginn, dass IT-Manager schon im Vorfeld darauf achten, die Komplexität der Monitoring-Lösung zu verringern. Anstatt alle verfügbaren Funktionen der DCIM-Software auszureizen, empfiehlt es sich, sich auf zentrale Kennzahlen rund um das Energiemanagement, die Verfügbarkeit und sicherheitsrelevante Parameter zu konzentrieren. Eine Ausweitung der DCIM-Unterstützung in Richtung Überwachung von ITIL-orientierten Prozessen (IT Infrastructure Library) wird jede mittelständisch orientierte IT überfordern. Daher sollte das Projekt in mehrere abgeschlossene Teilprojekte aufgeteilt werden, um so die DCIM-Software schrittweise über unterschiedliche Infrastrukturkomponenten hinweg zu implementieren.

Ein wichtiger Faktor zur Erhöhung der Ausfallsicherheit ist das Monitoring der kompletten Stromeinspeisung bis hin zum Server. Unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV)-Systeme beispielsweise müssen nicht nur bei einem Ausfall einspringen, sondern auch den Primär- vom Sekundärkreis trennen und eventuell auftretende Netzstörungen herausfiltern. Die Überwachung der USV ist demnach zwingend notwendig. Auch sollten die Kältemaschinen für die IT-Kühlung inklusive der Wärmeabfuhr stets kontrolliert werden.

Neue Organisationsstrukturen wagen

Betriebskonzepte und Zuständigkeiten sind häufig historisch gewachsen. Mit Einführung einer neuen DCIM-Lösung sollten IT-Leiter die bestehenden Strukturen hinterfragen. Durch eine Neuorganisation der Zuständigkeiten lassen sich Kostenstellen sinnvoller zuordnen oder eine Alarmierung praxisgerechter realisieren, wenn zum Beispiel die Gebäudesicherheit direkt in die Alarmkette einbezogen wird.

Die Einrichtung eines gewerkeübergreifenden DCIM-Monitorings ist heute mit überschaubarem Aufwand realisierbar. Die Anbieter liefern universell nutzbare Treiber zur Integration von Fremdgeräten, beispielsweise aus der Haustechnik. Flexibel konfigurierbare Protokollkonverter leiten die gewünschten Messwerte dann an den IT-Leitstand weiter, wo das Monitoring vereinheitlicht dargestellt wird.

Den Sicherheitsbedarf präzisieren

Eine initiale Bestandsaufnahme hilft dabei, den IT-Sicherheitsbedarf im eigenen Haus zu ermitteln. Zentrale Fragen sind beispielsweise: Welche IT-Systeme sind geschäftskritisch und daher besonders wichtig? Welche administrativen Aufgaben müssen an den IT-Systemen permanent ausgeführt werden? Steht ständig IT-Fachpersonal zur Verfügung? Gibt es nur einen IT-Standort oder existieren mehrere? Anhand dieser und weiterer Fragen können Techniker im ersten Schritt den Sicherheitsbedarf einschätzen und daraus ein Konzept für das Monitoring ableiten. Die Systeme sollten mindestens auf Temperatur, Energieversorgung, Zugangssicherheit und Brandschutz überwacht werden. Laufen bei einem älteren Gebäude Wasser- und Heizungsrohre durch den gleichen Raum, in dem Serverschränke stehen, ist ein Leckagemelder sinnvoll.

Die Komponenten zur Klimatisierung sowie zur Stromabsicherung und -verteilung kommunizieren über gängige Netzwerkprotokolle mit der Management-Software. Ergänzend lassen sich Sensoren für zahlreiche Betriebsparameter wie Feuchte, Stromaufnahme, Öffnungsstatus der Schranktüren und Temperatur an die Konsole anbinden. Über standardisierte Schnittstellen beispielsweise zu Bacnet, ein Netzwerkprotokoll für die Gebäudesicherheit, kann die Software auch das Facility Management mit anbinden. Aus dem Gesamtbild der Daten lässt sich ein sehr genaues Abbild zum aktuellen Status der IT-Systeme sowie der zugehörigen Infrastruktur erstellen.