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Digitale Transformation: Wohl koordiniert in die Cloud

Unternehmen sollten, unabhängig von ihrer Branchenzugehörigkeit, den Weg in die Cloud mit Bedacht planen und umsetzen. Denn eine erfolgreiche Digitale Transformation bedingt Veränderungen auf Organisations-, Technologie-, Architektur- und Prozessebene.

Cloud-Computing Bildquelle: © Tom Wang/fotolia.com

Cloud-Computing ist voll im Trend. So nimmt nach IDC die „Cloudifizierung“ deutlich an Fahrt auf, mit jährlichen Investitionssteigerungen in diesem Segment von 23 Prozent bis 2020. Weltweit soll der Markt für Public Cloud- und Private Cloud-Dienste zu diesem Jahr auf ein Volumen von 241 Milliarden US-Dollar anwachsen, prognostiziert Forrester Research.

Die IDC-Studie „Cloud-Computing in Deutschland 2017“ spiegelt  aber auch wider: Noch ist beim Cloud-Computing nicht alles Gold was glänzt – weder was die unternehmensinterne Strategie und Technologie noch die Inanspruchnahme externer Dienste aus Public Clouds betrifft. IDC spricht angesichts der anstehenden unternehmensinternen Veränderungen von einer „Cloud Disruption in Deutschland“, die in vollem Gang sei.

Voraussetzungen für die Migration

Obwohl die meisten Unternehmen den Perspektivwechsel in die Cloud bereits vollzogen haben, bleibt für sie strategisch, organisatorisch und technisch noch viel zu tun. So bewegen sich laut der aktuellen IDC-Studie 60 Prozent der Befragten Unternehmen noch innerhalb einer frühen Phase von Cloud-Computing. Sie würden sich mit Pilotprojekten beschäftigen, in einzelnen Fachbereichen individuelle Initiativen voratreiben und hätten noch keine Cloud-Strategie definiert. In mehr als zwei Drittel der befragten Unternehmen werden Cloud-Services, ohne den Blick für das große Ganze, meist von den Fachabteilungen aufgrund akuter Bedürfnisse angepackt. Häufig fehlt aber die Definition der notwendigen Rahmenbedingungen dafür. Dies hat zur Folge, dass vielerorts ein Wildwuchs in Sachen Cloud begonnen hat, der nur schwer im Nachhinein in unternehmensweite Standards und Richtlinien eingepasst werden kann.

Was noch getan werden muss

Der bisher limitierte Fokus einzelner Fachabteilungen auf Cloud-Einzelprojekte muss zu einer Gesamtstrategie „Cloud-Computing“ erweitert werden, wobei die Impulse von den Fachabteilungen genutzt werden sollten. Wichtig ist dabei das Zusammenspiel zwischen IT-Architektur, IT-Security und Strategie.

In diesem Gesamtkontext wird beispielsweise entschieden, wie die künftige Cloud-Umgebung – externe Public Cloud, eigene Private Cloud oder gemischte Hybrid Cloud – aussehen soll und aus welcher Cloud welche IT-Services bereitgestellt werden.

Zu den Überlegungen gehören auch Performance-, Security- und Compliance-Aspekte, weil das Unternehmen mit der Inanspruchnahme von Services aus einer Public Cloud die Steuerung und Regelung (Governance) für diese Services abgibt, aber weiterhin für die Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften haftet.

Werden Services aus einer Public Cloud in Anspruch genommen, sind demzufolge für die Daten Strategien und Regeln für eine überprüfbare und nachweisliche Einhaltung von Verfügbarkeits-, Sicherheits- und rechtlichen Vorgaben nötig. Zuständigkeiten, Kommunikationswege und Prozesse müssen definiert, beidseitig verbindliche Qualitätsvorgaben für die Bereitstellung von Services festgelegt werden, bis hin zu möglichen Vertragsstrafen, wenn der Public Cloud-Anbieter diese Vorgaben nicht einhält.

Und mit der Umstellung auf Cloud-Services geht eine Digitale Transformation sowohl innerhalb der IT des Unternehmens als auch in den Fachabteilungen einher. Technologiegetriebene IT-Services und prozessgestützte Geschäftsabläufe können mit dem Wechsel in die Cloud nicht länger separat betrachtet und bewertet werden. Die Digitale Transformation hat technologische, operative und organisatorische Auswirkungen, die mit dem Projekt berücksichtigt werden müssen.