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Storage: Welches SDS hätten Sie denn gerne?

Damit sich die Vorteile von Software Defined Storage-Systemen einstellen, gilt es, das passende SDS-Konzept zu finden. Denn um die Gunst der Nutzer konkurrieren mehrere Ansätze, die sich teilweise erheblich voneinander unterscheiden.

Bildquelle: © Alperium/fotolia.com

Eines vorweg: Eine allgemein verbindliche Definition von Software Defined Storage gibt es nicht. Dementsprechend sind auf dem Markt unterschiedliche Ansätze und Produkte zu finden. Daher ist es wichtig, für den jeweiligen Anwendungsfall die passende SDS-Strategie zu definieren.

Allen SDS-Lösungen ist gemein, dass sie auf der Entkopplung der physischen Speicher-Ressourcen (Storage-Hardware) von der Kontroll- und Managementebene basieren. Dies erfolgt mithilfe von Virtualisierung. Teils kommt dabei eine spezielle SDS-Software zum Zuge, teils sind SDS-Funktionen bereits Bestandteil eines Hypervisors.

Ein Vorteil von SDS ist, dass Nutzer Standard-Hardware unterschiedlicher Anbieter für das Speichern der Daten einsetzen können, etwa x86-Server. Kostspielige herstellerspezifische Storage-Komponenten sind somit nicht erforderlich. Solche heterogenen Umgebungen lassen sich mithilfe einer SDS-Software zentral managen. Das wiederum wirkt sich günstig auf die Kosten aus.

Außerdem lassen sich SDS-Umgebungen einfach erweitern, indem nach Bedarf weitere Speicherknoten hinzugefügt werden. Dies funktioniert auch in großem Maßstab, Stichwort Hyperscale-Cloud-Storage. Beispiel einer Open-Source-Plattform für Cloud-Storage-Umgebungen ist CEPH von Red Hat. Diese lässt sich in Verbindung mit Speicherknoten wie etwa der Reihe Eternus CD10000 von Fujitsu verwenden. Eine solche Storage-Infrastruktur kann bis zu 100 Petabyte Daten speichern.

Den optimalen Ansatz finden
Vereinfacht gesagt haben Anwender die Wahl zwischen vier Optionen im Bereich SDS:

  • Herstellerspezifische SDS-Software: Sie ist flexibel, nutzt Standard-x86-Hardware und lässt sich relativ einfach an geänderte Anforderungen anpassen. Entsprechende Lösungen sind vor allem in Unternehmen anzutreffen, die Virtualisierungslösungen von VMware und Microsoft (Hyper-V) einsetzen. Der Nachteil ist die Bindung an einen Hersteller.
  • Open-Source-basierte Lösungen inklusive Support-Leistungen: Sie bieten ein Maximum an Agilität und sind für ein exponentielles Wachstum der Storage-Ressourcen ausgelegt. Zudem lassen sich Speicher-Services über Application Programming Interfaces (API) bereitstellen. Klassische Nutzer solcher Lösungen sind Serviceprovider.
  • SDS-Infrastrukturen, die auf Open-Source-Software aufsetzen, jedoch vom Nutzer selbstständig angepasst werden: Ihre Vorteile sind die niedrigen Kosten bei hoher Flexibilität. Allerdings setzt diese Vorgehensweise beim Nutzer ein hohes Maß an Know-how voraus, weil der Support durch einen Hersteller fehlt. Auch bezüglich der Verfügbarkeit muss ein Nutzer Abstriche machen. Daher ist der „Do it yourself“-Ansatz nicht ohne Risiko. Solche Infrastrukturen sind deshalb vor allem in Universitäten und Forschungseinrichtungen anzutreffen.
  • Klassische Storage-Umgebungen inklusive Virtualisierung: Vorteilen wie einer hohen Stabilität und kalkulierbaren Leistung stehen Nachteile gegenüber wie die Bindung an einen einzelnen Hard- und Software-Anbieter sowie die begrenzte Flexibilität. Dieser Lösungsweg ist vorzugweise in Unternehmen zu finden, deren Speicheranforderungen hinsichtlich Leistung und Skalierbarkeit vorhersehbar sind.