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Klimatisierung: Wasser als Kältemittel

Efficient Energy, Hersteller von Kältetechnik, reklamiert für sich mit dem eChiller die "effizienteste und weltweit sauberste Kältemaschine". funkschau hakt nach bei Geschäftsführer Jürgen Süß.

Jürgen Süß,  Efficient Energy Bildquelle: © Efficient Energy

Jürgen Süß, Efficient Energy: "In der Fast zehnjährigen Entwicklungszeit wurden nahezu alle Komponenten neu entwickelt, da sie nicht auf dem Markt verfügbar waren."

funkschau: Herr Süß, Sie haben nach eigenen Angaben die Kompressionskältemaschine praktisch neu erfunden. Was ist das Besondere am „eChiller“?
Jürgen Süß: Herkömmliche Kaltwassersätze arbeiten üblicherweise mit fluorierten Kohlenwasserstoffen, die einen erheblichen Beitrag zum Treibhauseffekt leisten. Der eChiller ist eine Kälteanlage, die nur mit Wasser als Kältemittel arbeitet und somit komplett auf F-Gase verzichtet. Zusätzlich wurde mit dem eChiller ein energetisch optimiertes System entwickelt, das deutlich höhere Wirkungsgrade aufweist als typische Kälteanlagen nach dem heutigen Stand der Technik. Die effiziente Anwendung von Wasser als Kältemittel in Kompressionskälteanlagen gelang erst durch eine komplett neue, energetisch optimale und direkte technische Umsetzung des thermodynamischen Kreisprozesses. Das Verfahren arbeitet dabei mit der Direktverdampfung von Wasser (R718) in einem vakuumdichten, geschlossenen Kreislauf. Durch die stufenlose Regelung und den daraus resultierenden minimalen Energieeinsatz kann der eChiller im Leistungsbereich von 35 kW pro Maschine gegenüber herkömmlichen Kälteanlagen den Verbrauch von Strom um bis zu 80 Prozent reduzieren.

In der fast zehnjährigen Entwicklungszeit wurden nahezu alle Komponenten neu entwickelt, da diese nicht auf dem Markt verfügbar waren. Mittlerweile wurden die Leistungs- und Effizienzdaten sowie die Betriebssicherheit des eChillers mehrfach bestätigt. Zwischenzeitlich wurde die Technologie sogar mit dem Deutschen Kältepreis 2016 des Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI) als auch im April dieses Jahres mit dem ersten Platz des Deutschen Rechenzentrumspreises 2017 in der Kategorie „RZ-Klimatisierung und Kühlung“ ausgezeichnet.

funkschau: In welchen Einsatzgebieten und Größenordnungen lässt sich der eChiller besonders vorteilhaft einsetzen?
Süß: eChiller sind für die Kühlung von Prozessen mit hohen Kaltwasser-Vorlauftemperaturen optimal. Ideal kühlt der eChiller bei 22 Grad Celsius. Es können aber Vorlauftemperaturen zwischen 10 und 28 Grad gefahren werden – und damit ein Spektrum, das herkömmliche Kältemaschinen nur teilweise abdecken können. Der eChiller ist besonders geeignet für alle Anwendungen die ganzjährig einen kontinuierlichen Kühlbedarf haben. Einsatzgebiete sind unter anderem die Werkzeugkühlung im Kunststoffspritzguss, chemische Prozesse, Bioreaktoren oder generelle Kaltwasseranwendungen. Aber auch im Bereich der Gebäudeklimatisierung, besonders mit Betonkernaktivierung, Kühldecken und Zuluftanlagen sowie zur Kühlung von Serverräumen, ist der eChiller perfekt einsetzbar. Generell, wenn es um industrielle Prozesskühlung geht, ist der eChiller eine nachhaltige und zukunftsweisende Alternative.