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Internet of Things: Vernetzt, digital, autonom – und datenintensiv

Fortsetzung des Artikels von Teil 1.

Je autonomer, desto datenintensiver

Autonome Autos kommen ohne einen menschlichen Fahrer aus – ein Konzept, das zwar durchaus zu geringeren Fahrtkosten, niedrigeren Versicherungskosten oder mehr Komfort führen kann. Eine weitere Folge ist jedoch zweifellos eine noch drastischere automobile Datenrevolution. Der Vergleich: Heute schon generiert ein Connected Car eine Datenmenge von 25 Gigabyte pro Stunde. Das autonome Auto der Zukunft dürfte wahrscheinlich die zehnfache Menge erzeugen. Neben Machine-to-Machine (M2M)- und Machine-to-Human (M2H)-Kommunikation gibt es nun auch Vehicle-to-Vehicle (V2V), Vehicle-to-Everything (V2X), Vehicle-to-Infrastructure (V2I), Vehicle-to-Person (V2P) und umgekehrt (P2V): Das Auto wird so mehr und mehr zu einer digitalen Datenmaschine auf Rädern.

Die tausendfach produzierten Daten wollen verarbeitet, analysiert und gespeichert werden, will der Hersteller all die Einser und Nullen in nutzbringende Innovation überführen. Solche enormen Datenmengen fragen nach komplexen Rechenanforderungen, die wiederum energiehungrig sind. Ob bei der Berechnung von Luftwiderstandskoeffizienten oder Simulationen für alle Fahreventualitäten - Autohersteller sind zunehmend abhängig von schnellen, zuverlässigen und komplexen Rechenoperationen, um ihren Datenanforderungen gerecht zu werden. Als Konsequenz dieser Entwicklung entscheiden sich mehr und mehr Automobilhersteller, latenzunkritische Anwendungen im Bereich von Big Data und High Performance Computing (HPC) auszulagern. Nordische Länder können den stromhungrigen Daten günstige und erneuerbare Energie entgegensetzen. So lassen sich nicht nur die Betriebskosten dauerhaft senken, sondern auch der CO2-Ausstoß der Firma – gut für die Firma, gut für die Umwelt. Vielleicht ist gerade das eines der Schlüsselelemente für die neue vernetzte Mobilität: Das Auto der Zukunft fährt nicht nur digital, sondern auch grün.