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Sensoren als Schwachstelle: DoS-Angriff per Musik

Mit einigen Experimenten haben Forscher gezeigt, wie leicht sich vernetzte Geräte über bislang unbeachtete Schwachstellen in Sensoren kompromittieren lassen. Unter anderem konnten sie ein Musikstück für einen Remote-Angriff umfunktionieren.

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Je mehr Geräte miteinander vernetzt sind, umso größer ist die Gefahr, dass einem Eindringling eine Schwachstelle in einem einzelnen davon reicht, um Zugriff auf das gesamte Netzwerk und alle seine Einzelteile zu bekommen. Das gilt für einzelne Geräte genauso, wie für Systeme wie smarte Autos und Gebäude sowie auch für das IoT. Obwohl Sicherheitsexperten immer wieder eindringlich vor diesem Komplexitätsproblem warnen und dieses Problem mit eindrücklichen Beispielen wie über das Entertainment-System hackbaren smarten Autos untermauern, wird die daraus resultierende Gefahr von den Herstellern und auch der Öffentlichkeit weiterhin grob unterschätzt. Jetzt haben Forscher der amerikanischen Universitäten von Michigan und South Carolina mit einer Reihe von neuen Experimenten eindrucksvoll gezeigt, dass dieses Problem schon bei vermeintlich einfachen Alltagsgeräten wie Smartphones und Fitnessarmbändern beginnt - aber noch lange nicht aufhört.

Konkret widmeten sich die Wissenschaftler vor allem Schwachstellen in einzelnen Sensoren und den Möglichkeiten akustischer Denial of Service-Angriffe auf mikroelektromechanische Sensoren (MEMS). Dabei bestätigte sich unter anderem auch, wie unterschiedlich gut die Einbettung und Absicherung der gleichen Sensoren bei verschiedenen Herstellern funktioniert. Zuerst hatten die Experten dazu Schwachstellen in 20 gebräuchlichen Sensoren fünf verschiedener Hersteller identifiziert. Anschließend versuchten sie, inwieweit sich diese Schwachstellen bei verschiedenen Geräten mit diesen Sensoren ausnutzen lassen.

Bei 15 der untersuchten Geräte konnten sie auf diesem Weg zumindest die von den Sensoren gesammelten und übermittelten Daten beeinflussen. So gelang es ihnen etwa, dem Beschleunigungssensor in einem Fitnessarmband von Fitbit durch Töne vorzugaukeln, dass sich der Nutzer fortbewegen würde, obwohl das Wearable eigentlich auf einem Tisch lag.