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Interview: Reif für die Wolke

funkschau sprach mit Erich Vogel, Cloud Leader bei Computacenter, über die Voraussetzungen eines erfolgreichen Cloud-Einstiegs.

Erich Vogel, Cloud Leader, Computacenter Bildquelle: © Computacenter

Erich Vogel, Cloud Leader, Computacenter

funkschau: Herr Vogel, Computacenter hat eine Art Roadmap für die Reise in die Hybrid-Cloud entwickelt. Für welche Unternehmen lohnt es sich, die Private-Cloud durch öffentliche Angebote zu komplettieren?

Erich Vogel: Zunächst einmal für all jene, die bestimmte IT-Kapazitäten aufgrund saisonaler Geschäftsschwankungen nur temporär benötigen, zum Beispiel ein Versandhändler mit hoher Spitzenlast zur Weihnachtszeit. Per Mausklick verfügbare Server aus der Wolke sind aber auch als Testumgebung attraktiv, weil sie um ein Vielfaches schneller startklar sind und weder Hardwareinvestitionen noch Implementierungsaufwand erfordern. Für eine echte Hybrid-Cloud muss die hauseigene IT allerdings einige technische Voraussetzungen erfüllen – vor allem im Hinblick auf den Virtualisierungsgrad. Gleichwohl lassen sich etliche Public-Cloud-Angebote auch mit einer konventionellen IT-Architektur nutzen. Denken Sie etwa an Office 365 oder den keineswegs unproblematischen Einsatz von Enterprise-Dropbox-Lösungen in vielen Unternehmen.

funkschau: Speicherlösungen aus der Cloud sind doch besonders einfach nutzbar. Wo sehen Sie hier das Problem?

Vogel:  Eben weil sie so einfach sind, geht ihre Verwendung oftmals an der IT-Abteilung vorbei. Ein Außendienstmitarbeiter freut sich natürlich, dass ihm die Dropbox einen komfortablen Umgang mit großen Datenmengen erlaubt – auch wenn diese Daten unter Umständen hochsensibel sind. Die zugehörigen Datenschutzrichtlinien kennen vermutlich nur wenige Anwender, und die IT-Abteilung weiß wie gesagt nichts davon, dass womöglich kritische Unternehmensinformationen irgendwo in der Wolke gespeichert sind.

funkschau: Manche Unternehmen schlittern sozusagen unversehens in die Cloud? Was lässt sich dagegen tun?

Vogel: Computacenter bietet ein strukturiertes Cloud-Maturity-Assessment an, mit dem Unternehmen ihre Cloud-Reife schon vor dem Aufbruch in die Wolke systematisch überprüfen können. So haben wir beispielsweise bei einem Kunden durch Netzwerkanalysen nicht weniger als 142 verschiedene Public-Cloud-Services von Dropbox über Onedrive bis zu Amazon-S3 gefunden. Ein klares Indiz dafür, dass die Anwender solche Lösungen für ihre Alltagsaufgaben benötigen. Die IT-Abteilung muss sich in dieser Situation die Frage stellen, auf welche Art und Weise sie diesen Bedarf am besten erfüllen kann. Und zwar so, dass neben dem Datenschutz auch alle für den betreffenden Geschäftsprozess notwendigen Service-Levels erfüllt sind – etwa in Sachen Backup/Recovery.