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PoS: KI für eine personalisierte Digital Experience

Fortsetzung des Artikels von Teil 1.

KI-basierte Digital-Signage-Lösungen in der Praxis

Das Potenzial ist enorm und an vielversprechenden Einsatzszenarien für ein orchestriertes Zusammenspiel von Digital-Signage- und KI-Lösungen mangelt es keineswegs. Ein Grund dafür liegt in der Erlössituation, die in zahlreichen Branchen vorherrscht. Ob im Einzelhandel, Gastgewerbe, Bank- oder Bildungswesen – wenn die Margen niedrig sind, kann eine mit smarten Funktionalitäten kombinierte digitale Beschilderung ihre Qualitäten als echten Wettbewerbsvorteil ausspielen.

Ein gutes Beispiel für eine effiziente Praxisanwendung: Die aktuelle Situation im Ladengeschäft wird digital erfasst und von einer KI-Lösung ausgewertet. Durch Bilderkennung und Co. lassen sich automatisiert aus dem gewonnenen Datenmaterial valide Kunden- und Besucherzahlanalysen erstellen – eine wertvolle Unterstützung für Einzelhändler. Denn sie können auf Basis der gewonnenen Erkenntnisse digitale Displays und Schilder gezielt einsetzen, um auf die Platzierung der Produkte im Regal und der Verkaufsfläche hinzuweisen, und diese bei Bedarf gegebenenfalls optimieren. Darüber hinaus bieten mit KI-Unterstützung bespielbare Displays den Händlern die Option, Sonder- und Promotionangebote in Echtzeit so anzupassen und auszuspielen, wie es die Kundenanalyse nahelegt. Die Möglichkeit zu flexiblen Echtzeit-Eingriffen bildet ein effizientes Tool für Händler, um Erlöse zu maximieren, Marken- und Produktbotschaften optimal zu platzieren und sich durch eine smarte Digital Experience sichtbar von Wettbewerbern abzuheben.

Am Beispiel der US-amerikanischen Drogeriemarktkette Rite Aid lässt sich exemplarisch ablesen, wie KI-Anwendungen clever zu Werbezwecken auf Digital-Signage-Geräten genutzt werden können. Die Retail-Experten setzen digitale Schilder ein, um älteren Kunden unmittelbar beim Betreten des Ladens Gutscheine für Lesebrillen anzubieten und dadurch die Kaufwahrscheinlichkeit zu erhöhen. Nach demselben Prinzip funktioniert auch personalisierte Werbung am PoS wie beispielsweise Sales-Aktionen, Kundenkarten, saisonale Angebote, die bequem und zielgerichtet via Digital Signage ausgespielt werden können. Sorgen die Anwender einer solchen Lösung dafür, dass die benötigten Inhalte automatisiert aus einem vom Unternehmen selbst bereitgestellten Digital Content Hub gezogen werden können, entsteht die ideale Infrastruktur, um einheitliche Werbebotschaften im Laden und online zu zeigen und den relevanten Zielgruppen gezielte Angebote zu unterbreiten.

Toolset für strategisches Handelsmarketing

Angesichts des kontinuierlich wachsenden Wettbewerbsdrucks auf den globalisierten Gütermärkten müssen Unternehmen, die zugleich im E-Commerce und im stationären Handel erfolgreich sein möchten, eine innovative Unternehmenskultur entwickeln. Dazu gehört unter anderem ein feines Gespür für passende, zukunftsweisende Technologien. Ebenso gefragt ist indessen die Fähigkeit, Chancen und Vorteile von neu entstehenden Kanälen zu nutzen, um Kunden besondere Erlebnisse zu bieten, mit denen sie sich von der Konkurrenz abheben.

Da für überzeugende „Micro-Momente”, die zur Kaufentscheidung führen, Schnelligkeit ein wesentlicher Faktor ist, stehen Personalisierungslösungen mit Echtzeit-Wirkung bei Händlern hoch im Kurs.

Und genau dies bieten aktuelle Konzepte, die parallel eine Analyse des Kundeverhaltens, eine hochwertige Customer Experience, effektive Kundenbindung und eine schnelle Time-to-Market bei Produktinnovationen als integrierte Systemlösung ermöglichen. Denn für eine langfristige Betrachtung lohnt es sich, die vermeintlich strikte Trennung von Online- und Offline-Welt zu überwinden und stattdessen den Fokus auf das gemeinsame Erfolgspotenzial zu richten. Unter einem solchen Blickwinkel wird deutlich: Eine von hochwertigen Inhalten getriebene Omnichannel-Marketing- und Vertriebsstrategie unter Einbeziehung von KI und Digital Signage kann Kunden mit konsistenten digitalen Erlebnisse überzeugen und personalisierte In-Store- und Online-Erfahrungen nahtlos zusammenführen.

Michael Gerard ist Chief Marketing Officer bei E-Spirit