Sie sind hier: Home

Nach Akquisition: Unify und Atos teilen sich Vertrieb auf

Nach der Unify-Übernahme durch Atos ergaben sich einige offene Fragen, wie die ehemalige Siemens-Sparte ihre Go-to-Market-Strategie strukturieren will. Jetzt steht fest, dass es zusammen mit Atos eine Trennung zwischen Direkt- und Channel-Vertrieb geben soll, um mehr Transparenz zu schaffen.

Unify legt den Fokus vermehrt auf den Channel und baut 3.800 Arbeitsplätze ab. Bildquelle: © Unify

Atos betreut zukünftig Großkunden direkt, Unify hingegen die Channel-Partner

Unify und Atos stellen knapp zwei Jahre nach der Übernahme der ehemaligen Siemens-Sparte eine neue Vertriebsstrategie vor, um etwaige Channel-Konflikte zu vermeiden. Denn zuvor hätte es laut Bernd Wagner, Head of Unify bei Atos Deutschland, nur eine Zwischenzustand gegeben, der zu einigen Diskussionen geführt hat. Immerhin ist Atos als IT-Dienstleister gleichzeitig ein potenzieller Mitbeweberber von Unify-Partnern wie beispielsweise T-Systems. Jetzt steht hingegen eine Trennlinie fest – wenn auch eine nicht immer ganz klare: Atos übernimmt komplett das Direktgeschäft mit jenen Großkunden, die interessant für das Gesamtportfolio des IT-Dienstleisters sind. Unify soll sich hingegen ganz auf den Vertrieb über Channel-Partner wie Systemhäuer, Distributoren und Service Provider konzentrieren.

Zu den Atos-Kunden können so beispielsweise der gehobene Mittelstand oder DAX-Unternehmen zählen, eine eindeutige Kategorisierung nach Mitarbeiterzahl oder Umsatz soll es aber nicht geben. Der IT-Dienstleister hätte jedoch die Unify-Partner informiert, mit ihnen die Zuständigkeiten besprochen und laut eigenen Aussagen für stärkere Transparenz als in der Vergangenheit gesorgt.

Darüber hinaus plant Atos, dass die Marke Unify weiter als Produkt-Brand erhalten bleibt. Demnach soll der UCC-Anbieter zwar weitestgehend in die Strukturen des IT-Dienstleisters integriert werden, gleichzeitig aber eine größtmögliche Unabhängigkeit behalten, besonders in Hinblick auf die Produktentwicklung, bei der Atos von der Erfahrung des Münchner Anbieters profitieren kann.

Fokus Cloud und Integration

Im Zentrum von Unifys Produktstrategie 2018 steht besonders die UCC-Lösung „OpenScape Cloud“, die der Hersteller sowohl über die Public, die Private als auch die Hybrid Cloud anbietet. Mit diesem Konzept wolle man Kunden die nötige Flexibilität ermöglichen, um das Bereitstellungsmodell an die eigenen Anforderungen anpassen zu können. 

Laut Jan Hickisch, Senior vice President Global Solution Management bei Unify, reiche der Arbeitsplatz der Zukunft weit über die Themen Kommunikation und Collaboration hinaus. Die kommenden Jahre sollen eine zunehmende Vernetzung mit sich bringen, von Mensch zu Mensch, von Mensch zu Maschine, aber auch von Maschine zu Maschine. Einen wichtigen Stellenwert in der Unify-Strategie nimmt daher die zunehmende Integrationsfähigkeit der eigenen Produkte ein. Demnach seien viele große Lösungen von Drtittanbietern zertifiziert, weitere Lösungen könnten darüber hinaus über offene Schnittstellen angebunden werden.

Um Entwickler bei der Integrationsarbeit zu unterstützen, hat Unify die „cPaas“-Plattform aufgesetzt. Diese ist laut Anbieter Ökosystem und Middleware, bestehend aus APIs der Lösung „Circuit“, um Echtzeit-Kommunikationskanäle und Business-Plattformen wie beispielsweise Salesforce einzubinden, diese wiederum aber auch in Circuit selbst zu integrieren.