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Itancia: Das zweite Leben der TK-Anlage

Wiederaufbereitete IT- und TK-Produkte sind aktuell noch ein Nischenmarkt – der aber viel Potenzial birgt, besonders in Hinblick auf den Umweltschutz. Itancia hat sich auf das Recycling gebrauchter Technik spezialisiert und sieht darin ein Alleinstellungsmerkmal nicht nur im schwierigen TK-Umfeld.

Die Kohlenstoffemission wiederaufbereiteter Geräte soll vier Mal geringer als die von Neuprodukten sein. Bildquelle: © Itancia

Die Kohlenstoffemission wiederaufbereiteter Geräte soll vier Mal geringer als die von Neuprodukten sein.

Der deutsche Telekommunikationsmarkt ist leicht rückläufig und gilt schon seit einiger Zeit als schwieriges Umfeld. Anfang des Jahres prognostizierte der Branchenverband Bitkom, dass die Gesamtumsätze 2017 um 0,2 Prozent sinken würden. Eine Entwicklung, die nicht zuletzt von Verschmelzung der IT- und TK-Welt befeuert wird. Aber nicht für jedes Unternehmen ist diese Transformation per se negativ. „Unsere Erfahrung zeigt, dass der Kommunikationsmarkt für uns nicht rückläufig ist, sondern sich lediglich gewandelt hat“, erklärt Hermann Rogge im funkschau-Interview. Rogge ist Leiter der deutschen Niederlassung des französischen Distributors Itancia, der aktuell mit rund 360 Mitarbeitern in zehn Ländern aktiv ist. Das Unternehmen hat eine Sparte aufgebaut, die viel Potenzial bergen und das Geschäft unabhängiger von der starken Konkurrenz im Markt gestalten soll: Reparatur, Recycling und Wiederaufbereitung.  

Itancia wartet ITK-Produkte, kauft aber auch gebrauchte Geräte aus dem Markt zurück, um diese aufzubereiten und generalüberholt anzubieten. Rogge sieht in diesem Bereich ein Alleinstellungsmerkmal und einen „strategischen Wettbewerbsvorteil“, um sich dank diesem über die Hardware-Fokussierung und auch über das „Brot-und-Butter-Geschäft vieler Distributoren“ hinwegzusetzen. „Die Itancia-Gruppe ist mit den Bereichen Recycling, Refurbishment und Reparatur groß geworden“, erklärt der Country Manager. „Ausgehend von der Idee, dass florierendes Business und Umweltschutz keine gegensätzlichen Werte sind, waren wir bestrebt, uns bei unserer Entwicklung an diesen beiden Pfeilern zu orientieren.“

Itancia ist laut Rogge spezialisiert auf die Reparatur aller Arten von Elektronikbauteilen und soll im Bereich der  Endgeräte und Telefonanlagen mit rund 90.000 wiederaufbereiteten Artikeln wie Telefonen, Smartphones, PBX, DECT, Baugruppen sowie Switches und Routern unterschiedlicher Hersteller über das größte Recycling-Produkte-Lager in Europa verfügen.

„Ökologisches Denken nimmt zu“

Itancia verspricht seinen Kunden, dass sich aufgrund der Reparaturen Kosten und Rohstoffe einsparen lassen, ohne neuen Abfall zu erzeugen. So habe man innerhalb eines Jahres beispielsweise die Funktionstüchtigkeit von 8.000 Kartenprüfern und Kassenterminals sowie von 3.000 Massenspeichern wie Festplatten wiederhergestellt. Eine Reparatur nimmt in der Regel zwischen einem und fünf Tagen in Anspruch.

Will sich ein Unternehmen hingegen von einem Gerät trennen, zählt Itancia einen Rücknahme- und Wiederverwertungsservice zu seinem Portfolio. „Wir bieten unseren Kunden für jedes überreichte Gerät einen Rücknahme- und Entsorgungsservice unter Beachtung der geltenden Umweltvorschriften, welche eine minimalisierte Auswirkung auf die Umwelt gewährleisten, an“, erklärt Rogge. Das sei besonders für deutsche Unternehmen spannend, da hier das ökologische Denken zunehme. „Es wird vermehrt darüber nachgedacht, wie man mit dem Thema Elektroschrott nachhaltig umgeht.“ Aber nicht nur das Umweltbewusstsein soll eine entscheidende Rolle spielen. Auch das Preisgefüge bei Hardwareprodukten habe sich aufgrund des steigenden Interesses an Cloud-Lösungen verändert, erläutert Rogge. Das Ergebnis: Unternehmen wollen oder können zusehends weniger investieren. „Da kann es sinnvoll sein, vorhandene Geräte zu reparieren oder reparierte Gebrauchtgeräte als Händler anzubieten“, so der Country Manager. Eingekauft würden diese Produkte durch Itancia überall in Europa, verkauft anschließend in europäischen Ländern sowie in Afrika.